Der Kaupenwiesengraben im Vorfrühling


Eulerwald - heute

Eulerwald - übermorgen so?

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Erwägt Dietzenbach wirklich der neugegründeten Abbaufirma Q-Sand Dietzenbach GmbH den Eulerwald zu verpachten? Bis zu 76 ha gut gewachsener Sandkiefern-Mischwald sollen gerodet werden, Mutterboden entfernt und der Flugsand bis 20 m tief abgebaut werden?

 

Ist den Versprechen der Firma und der dahinterstehenden Alois Omlor GmbH aus Homburg/Saarland zu trauen? Quarzsand ist äußerst begehrt und erzielt Höchstpreise auf dem Weltmarkt. 0,75 EUR pro Tonne Sand werden der Stadt im vorgelegten Pachtvertrag angeboten. Wiegen sie die Risiken, die die Stadt da eingeht, wirklich auf? Sind die jährlich anvisierten EUR 262.500 für den Sandabbau so unwiderstehlich für den Stadtkämmerer?

 

350.000 Tonnen Flugsand fahren dann über unsere Straßen. Bei einem 40 Tonner sind das 8.750 LKW's im Jahr. Also werktags ca. 40 leere Laster hin und 40 schwerbeladene Laster zurück. Hält das unsere mit 1,7 Millionen renovierte Kreuzung aus? Ach ja, nicht zu vergessen, die angekündigte Verfüllung. Dann verdoppelt sich die Verkehrs-, Staub- und Lärmbelastung.

 

Wir vom NABU haben natürlich noch andere Sorgen:

 

Der großflächige Abbau zerstört ein Vogelschutzgebiet:

 

Verlust der dort brütenden Vögel in einem ausgewiesenen EU-Vogelschutzgebiet. Bemerkenswerte Arten des Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie sind Ziegenmelker, Grauspecht, Schwarzspecht und Neuntöter, für deren Schutz besondere Maßnahmen ergriffen werden müssen und für die spezielle Schutzgebiete ausgewählt wurden.

 

Der großflächige Abbau zerstört ein Landschaftsschutzgebiet:

 

Ungeklärte Folgen für das Landschaftsbild, seine Entwicklung und Renaturierung. Der Wald ist dann weg, der Quarzsand auch, und die Nachkommen haben nichts als eine ruinierte Landschaft in der man Motocross-Rennen fahren kann und mehr CO2 in der Luft. Ca. 25 Jahre direkte Belastung. Ach ja, die Lösung ist eine sukzessive Aufforstung. Dies muss schnell gehen und nicht den Ertrag belasten. Dafür bietet sich die Fichte an, schnellwachsend und billig in der Anpflanzung, doch wie bereits vielerorts zu sehen besonders anfällig für den Klimawandel. Ein derzeit artenreicher Wald, siehe obige Bilder, verwandelt sich in einen öden Fichtenwald. Welcher Dietzenbacher will dann noch durch diesen Wald streifen? Erholungswald ade.

 

Der großflächige Abbau zerstört ein Wasserschutzgebiet:

 

Wer denkt da Schlimmes? Der Flugsand wird ja nur trocken abgebaut, die ersten 20 m oberhalb des Grundwassers. Die hervorragenden Filtereigenschaften des Sandes sind weg. Regen sickert dann durch unbekannte und ungeprüft eingebrachte Füllmassen. Glauben Sie, jeder 40-Tonner wird kontrolliert? Natürlich prüft die ZWO, der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach, die Abbauwünsche des Saarländers Alois Omlor. Die Dietzenbach versorgenden Brunnen dürfen nicht gefährdet werden. Natürlich nicht. Besser ist, wir bestehen als Bürger auf unseren natürlichen Sandkiefernwald als natürlichen Filter, auch als Ausgleich für die landwirtschaftlich genutzten und damit bereits belasteten Flächen. Unser Wasser ist noch gut und sollte so bleiben – ohne Risiken einzugehen.

 

NABU Dietzenbach will den pleistozänen Flugsand behalten und den Wald, unsere Vögel, Tiere und Pflanzen geschützt wissen. Wir wollen uns keine monetären Vorteile mit langfristig unsicherem Ausgang, mit zerstörter Landschaft für die Nachfolgegeneration erkaufen.

 

NABU Dietzenbach sagt NEIN zum Abbau.


Gespinstmotte am Pfaffenhütchen

Für jeden auffällig, wenn die Gespinstmotte bei der Arbeit ist. Sie vermehrt sich massig, frisst den Baum völlig kahl und hüllt ihn  mit einem grau weißlichen Schleier ein.  Völlig ungefährlich für Tier und Mensch. Der Baum erholt sich wieder. Die Gespinstmotte ist ein Spezialist. Für die Traubenkirsche, Birne, Weide etc. gibt es jeweils eine eigene Raupenart. Beeindruckend, nicht wahr?

© NABU/Ursula Doll
© NABU/Ursula Doll

Monitoring der Feldlerche beginnt

Wir kartieren am:

- Wasserwerk

- Marterl

- Russenhütte und

- Birkes

Huflattich - eine der ersten Frühjahrsblumen

Als Heilpflanze gegen Husten bekannt, zeigt sie zuerst ihre goldgelben Blüten an braun roten Stengeln, bevor die weichen Blätter kommen.

Saatkrähen mit Ersatznest

Nach dem Fällen mehrerer Pappeln versuchen die Saat-krähen mit Ersatznestern in der Nähe der Kolonie zu bleiben oder weichen in das Stadtgebiet aus.

Wildblumen-Einsaat

NABU Dietzenbach hat im April auf ca. 116 qm Wildblumen-samen für Schmetterlinge und Wildbienen im Kaupenwiesen-graben ausgesät.

Totholz als Gartenskulptur

Ein gelungenes Beispiel, wie man mit totem Holz nicht nur seinen Kleingarten gestaltet, sondern auch der Raupe des Holzbohrers, eines künftigen Schmetterlings, Nahrung gibt.

 

Auf das auch andere holzzer-setzende Insekten ihre Freude daran finden. Vielleicht schaut eines Tages sogar der Schwarz-specht vorbei.

© NABU/C. Bosch-Klein
© NABU/C. Bosch-Klein

Waldkäuze in Dietzenbach

Auf nächtlichen Touren erkannten wir mit Kontaktrufen  17 besetzte Reviere auf Dietzenbacher Gemarkung.

 

Es ist also noch Platz da. Wir helfen den Waldkäuzen, indem wir für die neue Brutzeit zusätzliche Nistplätze aufhängen.

 

Wir suchen 20-Liter-Kanister oder größer für den Bau neuer

Waldkauznistkästen.

Erster Springfroschlaich im Kaupenwiesengraben

Rana dalmatina ist der Erste der laicht. Seine vereinzelten Laichballen heftet er bevor-zugt an Pflanzenstengeln, damit sie nicht auf den Boden sinken. Der Laich soll soviel Sonne wie möglich tanken. Alles muss schnell gehen, das Schlüpfen der Larven und die Metamorphose.

 

In Hessen eine bedrohte Art. Wir freuen uns, das er den Weg in unseren Teich gefunden hat.

Sperlingskolonie

Geschützt vom Wilden Wein warten diese Sperlingsnester auf brütende Pärchen. Der Vermieter ist ein freundlicher Herr in Steinberg. Die Lage ist ausbaufähig.

Kanadagänse © Szillat
Kanadagänse © Szillat

Vogelkataster aktualisiert

Sehen Sie sich hier die Tabelle  der in Dietzenbach beobachte-ten Vögel für 2018 an.



Unser Verein beweist Kontinuität

Auf unserer Mitgliederversammlung wurde für die nächsten drei Jahre ein neuer Vorstand gewählt:

 

Vorsitzender ist Herr Ludwig Schneefeld

Stellvertretender Vorsitzende ist Herr Ingo Begall

Kassierer ist Herr Bernhard Palme

 

Wenn Sie unsere Arbeit interessiert, laden Sie einfach den Jahresbericht runter.

 

Download
Jahresbericht 2018
Jahresbericht 2018.pdf
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Wir danken allen Unterstützern unseres Projektes:  Ein Trittstein für die Natur im Kaupenwiesengraben

Dank Ihnen, haben wir unser Spendenziel erreicht und unser Vorhaben umgesetzt:

Die Betonplatte ist entfernt, der Boden aufbereitet und eingesät. Jetzt muss es regnen und wachsen.

 

Auf den freien 36 qm in südexpo-nierter Gehölzlage haben wir im April eine Saatmischung bestehend aus 90 % Wildblumen ausgesät, die besonders den Ansprüchen von Wildbienen und Schmetterlingen an Trachtpflanzen entspricht. 10 % Untergräser dienen als Futterpflanzen für die Raupen.

 

Wir halten Sie weiter informiert.

 

Das beauftragte Unternehmen hat mit dem Abbruch der Betonplatte begonnen. Ca. 10 cbm Beton und 4 Stahlträger sind fachgerecht zu entsorgen.

 

 

 

 

Das Entfernen der 23,6 m langen Betonmauer ist durch die starke Armierung und die enge Lage zu angrenzenden Bäumen besonders schwierig.

 

Einmal weg, können dann auch die Amphibien und andere Arten sich zwischen den beiden Tümpeln frei bewegen.

 

 

Ein Blick auf die gemähte Kaupenwiese, die, so hoffen wir, von der im nächsten Frühjahr ausgesäten Wildblumen- mischung als Initialzündung profitieren wird.

 

Die Blütenpracht soll viele Insekten anlocken, die wiederum den Tisch decken für Zauneidechse, Frösche, Fledermäuse und den Waldkauz. Später wird die extensive, blumenreiche Wiese das Augenmerk vorbeiwandernder Dietzenbacher auf sich ziehen.

 

Ein Neuzugang in unserer Amphibiensenke. Das Zottige Weidenröschen - Epilobium hirsutum - eine Nahrungspflanze für den Mittleren Weinschwärmer oder andere Nachtfalter.

 

Die unten abgebildete Blaugrüne Mosaikjungfer fliegt auch im Oktober noch.

Blaugrüne Mosaikjungfer © NABU/Heidrun Heinze
Blaugrüne Mosaikjungfer © NABU/Heidrun Heinze

 

Unser Projekt ist auf der Crowdfunding-Plattform der Volksbank Dreieich einzusehen. Bitte klicken Sie auf diesen gesicherten Link hier:

 

https://vobadreieich.viele-schaffen-mehr.de/ein-trittstein-fuer-die-natur

 

Die Natur und wir danken Ihnen für Ihre Hilfe.

Wir nutzen die Trockenzeit und Entschlammen den  zweiten Himmelsteich. Eine harte Arbeit, da wir naturverträglich nur mit einer Schubkarre arbeiten können und diese immer wieder aus der Senke mit einem Seil herausziehen.

 

Wir wurden belohnt durch den Besuch von:

Admiral, Waldschachbrett, Tagpfauenauge, Großer Kohlweißling, Zitronenfalter; Wasserskorpion, Erdkröten-Junge, ca. 200 Staren.

 

In der Nähe des ersten, entschlammten Himmelsteiches hat der Gewöhnliche Blutweiderich - Lythrum salicaria - seine Heimat gefunden. Er wächst gut auf unserem Auengley.

 

Als großzügiger Nektarspender zieht er Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge an. Vielleicht zieht er das Nachtpfauenauge an und wir hätten eine Rarität mehr.

 


Willkommen beim NABU Dietzenbach

Für Mensch und Natur

Die Feldlerche - Vogel des Jahres 2019
Die Feldlerche - Vogel des Jahres 2019 - Foto: NABU/Manfred Delpho

Der NABU-Dietzenbach e. V. möchte Sie ermuntern sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur in Dietzenbach einzusetzen.

Ein lebenswertes Dietzenbach zu bewahren, dies ist unser Ziel. Dafür brauchen wir Sie.

Lernen Sie die schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt vor Ihrer Haustür kennen. Mit uns sind Sie am Puls der Natur.


Scrollen Sie und wenn Ihnen gefällt, was Sie sehen, dann treten Sie mit uns in Kontakt:


NABU Dietzenbach gründet eine neue Fledermaus-Kolonie

Erster Erfolg: Beim Frühjahrsputz fanden wir in allen drei Kästen Fledermauskot.

 

Am Kaupenwiesengraben hingen wir eine Kolonie- und Überwinterungshöhle sowie drei Sommerquartiere auf. Im Sommer sind die Quartiere warm, trocken und frei von Zugluft. Das Winterquartier ist gut isoliert und sollte an dem feuchten Standort nicht zu warm aber auch nicht zu kalt werden. Es eignet sich auch gut im Sommer als Wochenstube und zur Koloniebildung.

 

Einer Besiedlung waldbewohnender und am Wasser jagender Fledermäuse, wie Braunes Langohr, Rauhhautfledermaus, Bartfledermäuse, Abendsegler u. a., dürfte nichts mehr im Wege stehen. Auf freien Anflug haben wir geachtet und hoch genug hängen die Kästen. Bald geht es den Zuckmücken in den Kaupenwiesen an den Kragen.


NABU Dietzenbach fördert Waldrandlage

Wir pflanzen den Baum der Zukunft, die Elsbeere – Sorbus torminalis

Von Rolf Schulte, CC BY-SA 3.0
Von Rolf Schulte, CC BY-SA 3.0
Von Rosenzweig, CC BY-SA 3.0
Von Rosenzweig, CC BY-SA 3.0

Obige Photos entnommen aus commons.wikimedia.org.

Am rechten Weg zum Wollwiesenteich wollen wir Ihnen zeigen, wie ein Waldrand aussieht, der die Chance hat sich natürlich zu entwickeln.

 

Wir haben etwas ausgelichtet, damit Licht und Luft bis auf den Boden kommt. Das gefällte Holz bleibt auf dem Boden, zersetzt sich durch Pilze und Insekten, reichert den Boden an und schafft Strukturen für Tiere und Pflanzen. Die von den Sonnenstrahlen erreichten Plätze belohnen uns im Frühling mit prächtigen Waldblumen.

 

Warum pflanzen wir die Elsbeere?

 

Nun, sie ist erstmal sehr nützlich für viele Arten, wie die Schmetterlinge, dessen Raupen gerne an den ahornartig gelappten Blättern fressen. Die reichen doldigen Blüten wirken magisch auf Käfer und Hautflügler. Und erst die vielen überreifen Früchte, wenn das nicht die Vögel anzieht? In Österreich brennt man sogar Schnaps daraus.

 

Kulturell ist die Elsbeere eine einheimische Baumart. Ihre Wuchsform und ihr roter Herbstschmuck sind eine Augenweide, ihr Holz ist sehr begehrt, nur sieht man sie äußerst selten.

 

Wir pflanzen die Elsbeere, weil sie ökologisch ein Gewinn für die neue Umwelt ist. Wärmeresistent bietet sie gar eine Option für die Zukunft.

 


Die weißen Wuchshüllen schützen die empfindlichen Setzlinge vor Wildfraß und schaffen ein vorteilhaftes Mikroklima für einen schnellen Anwuchs. 


NABU Dietzenbach fördert Amphibien

An der Ortsrandlage hinter dem Schwimmbad

Diese im Wald liegende Amphibien-Laichstelle trocknete die Jahre zuvor zu schnell aus. Um den Kaulquappen das Überleben zu sichern, füllte die Offenthaler Feuerwehr den Tümpel ab und zu auf.

 

Es musste dringend eine langfristige Lösung her. Wir nahmen Kontakt mit der UNB auf. Sie veranlasste das Forstamt Hessen, die Sohle zu räumen, den Tümpel breit zu vertiefen und einige am Rand stehende Bäume zu fällen. Damit war die Grundlage geschaffen: ein mehr an Wasser und Licht.

 

Wir vom NABU Dietzenbach übernahmen die Feinarbeiten: Wir vertieften die Sohle zusätzlich in der Mitte, legten zwei Amphibien-Unterkünfte am unteren Ende an, schichteten Großäste und Kronenteile längs am Rande des Tümpels auf um Hunden den Zugang zu erschweren. In den Tümpel legten wir ein Kronenteil, da die Springfrösche gerne ihren Laich an solche Strukturen heften. Wir sind zuversichtlich, das die Braunfrösche und Molche sich wohlfühlen und künftig ihre Metamorphose ungestört beenden werden.


An der Quelle des Kaupenwiesengrabens

 

Im Quellbereich des Kaupenwiesengrabens sahen wir in diesem Jahr nur noch 6 Larven des Feuersalamanders. Zu wenig für eine überlebensfähige Population an diesem einzigartigen Standort. Da Dietzenbach eine besondere Verantwortung für die Sicherung und Entwicklung dieses Vorkommens hat, haben wir uns überlegt, dem Weibchen des Feuersalamanders eine zusätzlich ausgehobenen Mulde anzubieten, um im nächsten Frühjahr auch dort seine Larven abzusetzen. Sie wachsen im Mutterleib heran und werden in sauberes Fließ- und Stillgewässer eines Laubmischwaldes, so wie hier in Hexenberg, gesetzt. Dort verbringen sie etwa 120 Tage bis zur Metamorphose, dem Übergang vom Wasser- zum Landleben. Wir freuen uns auf den Tag, wenn wir Larven mit dem hellen Fleck am Beinansatz in dieser Mulde finden.

 

Gesagt, getan, wie man sieht.

Eine Bitte der NABU: Teilen Sie uns Ihre Sichtungen von Feuersalamandern mit.



Im Kappenwald

und so sieht's im Frühjahr aus:

 

Wenn im Frühjahr Gras- und Springfrosch sowie Bergmolch im Feuchtgebiet des Kappenwaldes laichen, kann es passieren, das diese Laichplätze zu früh trocken fallen und der Laich verendet. Mit den Jahren verdrängte der Schlamm das Wasser. Daher entschlammten wir die Senken und verschaffen den Larven genug Zeit sich dahin zurückzuziehen und ihre Metamorphose zu beenden. Am Rande wartet für die erfolgreich geschlüpften Amphibien ein aus Schlamm und Ästen gebautes Versteck, das sie auch zum Überwintern nutzen können.

 

Traurig ist, das immer noch Leute meinen, ihren Unrat heimlich im Wald zu entsorgen oder achtlos wegzuwerfen. Wir haben ihn zwar aufgesammelt, aber schön ist das nicht.

 

Gute Nachrichten aus dem Kappenwald:

Trotz Rekordhitze und langer Trockenheit verbleibt in diesem Sommer ausreichend Waser in der Vertiefung. Der Amphibiennachwuchs ist praktischt fertig entwickelt. Es wimmelt in der Umgebung von Hüpferlingen von Braunfröschen und Erdkröte. Und die ganz wenigen Quappen, die im Wasser noch zu sehen sind, haben auch schon vier Beine...

 

Unsere Maßnahme war SEHR erfolgreich, ohne wäre es wohl zum Totalausfall gekommen. Tolle Motivation.


Am Kaupenwiesengraben

Ein paar vorfrühlingshafte Impressionen 2019

Unsere Himmelsteiche sind randvoll gefüllt. Optisch wirkt das Entschlammen. Jetzt müssen die Amphibien entscheiden, ob dies auch ihren Bedürfnissen entspricht. Der Grasfrosch wird der erste sein.


© Video von Ralph Ossenbühn

 

Die biotopuntypischen Bäume und Sträucher sind gefällt. Jetzt sind noch der Kronschnitt und die Haufen der armenischen Brombeere bei der städtischen Kompostanlage zu entsorgen.

 

 

 

Hier fließt der Kaupenwiesengraben vorbei. Im Randbereich wollen wir mit verschiedenen Kleinstrukturen Übergangsbiotope schaffen, die die Amphibien und Reptilien als Schutz nutzen. Dazu gehört u. a. der Bau von Holzbeigen.

 

 

Sie sehen zwei gefrorene Senken auch "Himmelsteiche" genannt, da nur Regenwasser sie speist. Die schattigen Weiden sind abgeholzt, die Stubben noch herauszuziehen. Nach einer weiteren Sanierung, entfernen des Schlicks und Laubfalls, kann sich im Flachwasserbereich eine neue Amphibienpopulation ansiedeln.

 

Nur den links von den Senken liegenden Teich hat im letzten Jahr Erdkröte und Grasfrosch für ihren Laich auserkoren. Unsere Aufgabe ist es, den Wasserzulauf freizuhalten und das Austrocknen zu verhindern.

 

In den vom Bewuchs freigelegten Senken hat der Grasfrosch massig gelaicht. Erster Erfolg unserer Anstrengungen. Die besonnte Lage muss die Froschdamen überzeugt haben.

 

 

Hier eine Woche alter Grasfroschlaich im links von den Senken liegenden Teich.

 

 

 

 

 

 

 

"Frühlingsputz" im Kaupenwiesengraben. Wir danken für die Hilfe beim Entsorgen des Schnittguts der Baumkronen.

 

Unser Ziel:

Wir sehen genug Potential für die Entwicklung einer übergreifenden Amphibienpopulation, geschützt von einer noch zu schaffenden landschaftstypischen Vegetation. Im vorderen, trockeneren Teil soll eine extensive, blumenreiche Wiese das Augenmerk vorbeiwandernder Dietzenbacher auf sich ziehen.

Tatkräftige Mithilfe wird nicht verweigert.



NABU Dietzenbach baut neue Waldkauz-Nistkästen

Die Etappen im Leben eines Waldkauzes

zwei Kästen haben wir gebaut
zwei Kästen haben wir gebaut
© NABU/Ludwichowski
© NABU/Ludwichowski
© NABU/Felix Büscher
© NABU/Felix Büscher
© NABU/Horst Petersen
© NABU/Horst Petersen

© Video von Heinrich Hottarek auf vimeo.de

Der Waldkauz - Strix aluca

Balzzeit:

Man sieht ihn kaum. Aber hört ihn um so mehr. Bis Februar ist Balz. Man hört vom Männchen:

- ein lang gezogenes "Huu-hu-huhuhuhuu"

und wenn das Weibchen antwortet:

- ein kurzes "ku-witt".

 

Wann sieht man ihn? In der Abenddämmerung oder am frühen Morgen, im Winter tagsüber auch beim Sonnenbaden.

 

Nach der Brut trennt sich das Paar. Sie lebt nicht weit von ihm. Jetzt müssen die Bande neu geschmiedet werden. Das Männchen lockt sie mit seinen schauerlichen Rufen und zeigt ihr geeignete Nistplätze.  Wir haben uns bemüht das

Angebot zu erweitern. Luxusvilla am Kaupenwiesengraben.

 

Sie entscheidet, wir hoffen. Aber Beute muss reichlich  vorhanden sein. Bei der Balz bietet er ihr mundgerecht Mäuse.  Sie überprüft Qualität, magere Mäuse???, und Menge. Stimmt alles, steht einem neuen Bund nichts mehr im Wege. Die Vermählung findet inkognito statt.

 

Die Eiablage beginnt im Februar bis März.

 

Alle zwei bis vier Nächte legt das Weibchen sein Ei auf den kargen Boden. Ist genug Nahrung da, können bis sieben weiße Eier im Gelege sein. Das Weibchen beginnt sofort mit dem brüten und lässt sich vom Männchen gut versorgen.

 

Was steht auf dem Speiseplan? Überwiegend Mäuse, Ratten, Maulwürfe und Jungkaninchen. Wird es knapp, wird alles gejagt was die Krallen tragen können, vom dicken Käfer bis zu 300 Gramm schwere Tiere. Er erlegt sie im lautlosen Gleitflug oder vom Ansitz aus. Das geschieht alles nachts.

 

Tagsüber sucht er eine Höhle auf oder versteckt sich gern in dichten Baumkronen oder im immergrünen Efeu.

Vielleicht auch in unserem Kasten. Oder er nutzt ihn als Speisekammer für die vielen Mäuse. Mit solchen Nistkästen kann die Zahl der Brutpaare in einem Gebiet stark erhöht werden. 

 

Im April ist Schlupfzeit

Nach der ein-monatigen Brutzeit schlüpfen die Jungen und verbleiben einen weiteren Monat als Nesthocker gut versorgt im Nest. Startgewicht sind nur 28 Gramm. Noch blind, können sie sich bereits nach zehn Tagen selbst aufsetzen und sechs Tage später stehen.

 

Im Mai ist Ausflugszeit

Es ist soweit. 1 Monat alt und schon vorwitzig. Die noch flugunfähigen Jungen springen aus dem Nest, fallen auf den Waldboden und klettern flugs die Baumrinde hoch um sich auf irgendeinen Ast zu setzen. Man nennt sie dann Ästlinge, wenn sie mit ihren Geschwistern nebeneinander hocken und auf die Fütterung warten. Eine gefährliche Zeit. Gebt acht vor dem Rotfuchs.

 

Im Juni bis Juli ist Flugzeit

Drei Wochen sind nach dem Sprung aus dem Nest  vergangen. Die Ästlinge sind jetzt flügge. Das Training beginnt. Im Umkreis von 50 m fliegen sie ihrer Mutter hinterher. Die Kreise werden immer größer. Die Eltern versorgen sie noch drei Monate bis ca. Ende August.

 

Im August naht der Abschied

Es ist soweit. Flugfähig und im Federkleid von den Eltern nicht zu unterscheiden, müssen sie für sich selbst sorgen. Mit Beginn der ersten Balzphase, ab Oktober bis November, werden sie von den Eltern aus deren Revier verjagt. Die Reviergröße beträgt ca. 8 ha oder mehr, je nach Nahrungsangebot.

 

Nur die Hälfte der Jungvögel überlebt das erste Jahr. Gebt also acht vor unseren Autos, Leitungen, Zäunen, dünnen Drähten, dem Habicht, dem Uhu oder dem Baummarder. Viel Glück!

 

Unser Ziel:

In Dietzenbach haben wir 17 besetzte Reviere gezählt. Es ist also noch Platz da. Wir helfen, indem wir zusätzliche Nistplätze aufhängen.




Wir bauen eine Hirschkäferwiege

Hier oben sieht man uns bei der Arbeit. Die Grube wird 60 cm tief und rund, mit einem Durchmesser von 2 m. Darin versenken wir Stämme von 1 m Länge, die wir aus einem morschem Eichenstamm sägen, den hat uns Hessen-Forst freundlicherweise überlassen. Der rotbraune Boden ist dicht und trocken. Wir kommen ganz schön ins schwitzen. An gutmeinenden Kommentaren der Fußgänger mangelt's nicht.

 

Die Zwischenräume verfüllen wir mit Eichenspäne und von Weißfäule zersetztem Mulm.  Fertig ist die Wiege. Es fehlen jetzt nur noch die Larven, die sich durch die Eichenstämme fressen und sie in Mulm verwandeln. Stimmt das Angebot? Verpilzte deutsche Eiche, sonnenbeschiene Lage, trocken der Boden, dann krabbeln nach fünf Jahren die fertigen Hirschkäfer aus ihren Löchern. Und Dietzenbach hat eine Attraktion mehr.

Für wen treiben wir diesen Aufwand?

Hirschkäferweibchen © NABU/Beatrice Jeschke
Hirschkäferweibchen © NABU/Beatrice Jeschke
Hirschkäfermännchen © NABU/Beatrice Jeschke
Hirschkäfermännchen © NABU/Beatrice Jeschke

Nun für Sie. Ein Weibchen des einheimischen Hirschkäfers - Lucanus cervus . Dessen Anblick so selten geworden ist. Mit 40 mm Länge gehört sie zu den größten europäischen Käfern. Von ihr erwarten wir 50 Eier, aus denen dann die Larven schlüpfen. Sie fressen sich durch die feuchten, verpilzten Eichenstümpfe bis sie ca. 12 cm groß werden. Dann formen sie sich einen Kokon im Mulm. Hoffentlich tief genug, da sie bei Dachs und Wildschwein auf der Speisekarte stehen. Ist die Metamorphose beendet, verbringen sie noch den Winter im Kokon. Ende Mai krabbeln sie in der Abenddämmerung aus ihren Löchern.

Dies ist das Männchen, mit ca. 75 mm viel imposanter. Mit seinem Geweih kämpft es um die Gunst des Weibchens. Man trifft sich auf sogenannten Rendezvous-Plätzen, das sind blutende Eichen, an denen sie mit ihren pinselartigen "Fühlern" lecken. Der Eichensaft ist sehr nahrhaft. In zwei bis acht Wochen muss die Paarung und die Eiablage beendet sein, viel länger leben sie nicht.

 

Der Hirschkäfer ist stark gefährdet, bereits auf der Rote Liste Deutschland. Wir wollen seinen Bestand in Dietzenbach sichern. Sein Habitat attraktiver machen, damit auch Sie ihn einmal sehen.


Hier bekamen wir maschinelle Unterstützung vom Reiterhof Wildwieseneck, Frau S. Reith, Danke.

Die Hirschkäferwiege ist fast fertig. Weiß jemand wo wir Holzhäcksel, -späne oder Sägemehl bekommen, bevorzugt Eiche, um die Ränder zu verfüllen?

An den Wegesrand kommt eine Info-Tafel über die Hirschkäferwiege. Im Moment sehen Sie nur den Unterbau, der die Tafel halten wird.

Geschafft: Am Zugang zum Wollwiesenteich haben wir am Wegesrand eine Info-Tafel über die von uns gebaute Hirschkäferwiege aufgestellt. Die Tafel informiert mit Photos und Text über den Lebenszyklus des Hirschkäfers. Jetzt müssen wir Geduld aufbringen.

Photos von © U.M.M.

So sollte es in mehreren Jahren aussehen: Hirschkäferwiege in Groß-Zimmern


NABU-Vogelstimmenquiz

Erweitern Sie Ihre Vogel-Kenntnisse

Von den Baumwipfeln ertönt ihr Gezwitscher. Mit bloßem Auge sind unsere Vögel oft schwer zu erkennen. Da hilft ein geschultes Ohr! Mit dem NABU-Vogelstimmenquiz lernen Sie 40 bekannte Vogelarten spielend kennen!


Meine 114 Euro für ...

eine naturverträgliche Landwirtschaft

NABU-Kampagne "Neue Agrarpolitik jetzt!" - machen Sie mit!

 

Jedes Jahr fließen 114 Euro pro EU-Bürgerin und EU-Bürger in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Eine ganze Menge Geld! Es macht im Durchschnitt in Deutschland etwa 35 Prozent des Einkommens der landwirtschaftlichen Betriebe aus. Diese Subventionen bestimmen damit ganz wesentlich, wie unsere Lebensmittel produziert werden.

Doch leider bleibt am Ende für Natur und Umwelt wenig übrig. Landwirtschaft lohnt sich meist nur für den, der das Maximum aus seinen Feldern oder Tieren herausholt, mit viel Dünger und Pestiziden.

 

Wir wollen, dass Ihre jährlichen 114 Euro sinnvoll für Natur und Landwirtschaft ausgegeben werden. Mit unserer NABU-Agrarkampagne wollen wir bis zur Europawahl im Mai 2019 die längst fällige Agrarwende einläuten.

 

Machen Sie mit! Werden Sie in Ihrer NABU-Gruppe aktiv oder engagieren Sie sich auf eigene Faust! Für eine naturverträgliche Landwirtschaft!

 

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