Streuobstwiese nahe Waldorf-Schule
Streuobstwiese nahe Waldorf-Schule

NABU am Stiergraben

 

Wir pflegen ab jetzt eine 3.720m² große Streuobstwiese. Sie liegt am Rande eines ausgewiesenen Streuobstbiotops.

 

Ins Auge gefasst sind folgende Maßnahmen:

Aufrichten der umgefallenen Obstbäume, Anlegen einer Baumscheibe, Neupflanzung in den Lücken, Pflegeschnitt der Bäume, Aufstellen von Julen, Nistkästen, Fotografieren und Bestimmen der Obstbäume, regelmäßiges Mähen mit Abfuhr des Grünschnitts zwecks Ausmagerung, Anlegen eines Reisighaufens oder einer Benjeshecke, Zurückschneiden der angrenzenden Sträucher und Fällen der Schatten werfenden Bäume.

 

Viel Arbeit die Spaß macht.

 

Wer sich daran beteiligen will, bitte melden. Jede hilfreiche Hand oder jeder Rat ist willkommen.

 

Hier wird Einsatz gezeigt!

Die Streuobstwiese hat ein Problem. Sie ist zu feucht.

 

Schüler der Montessori-Schule helfen uns eine spatentiefe und -breite Abzugsrinne am tiefsten Punkt der Wiese anzulegen. Auf 75 m zeigen Schüler und Schülerinnen was in Ihnen steckt. Bei viel Sonnenschein macht es zudem Spaß. Scheint so, denn sie wollen wiederkommen.

Die Mahd hat begonnen.

Ziel: Ausmagerung der Streuobstwiese

 

Die Waldorfschule und die Montessori-Schule helfen uns tatkräftig auf der Streuobstwiese  eine künftige Blühfläche anzulegen.

 

Frau Simon von der Waldorfschule mähte mit dem Balkenmäher einen Teil der Fläche vorher ab. Dieser Mäher schneidet die Gräser recht hoch ab. Amphibien und andere Tiere schlüpfen drunter durch. Drei unverletzte Springfrösche überzeugten mit ihren Sprüngen.

 

Die Siebtklässler der Montessori-Schule rechten das Heu zusammen. Der Spaß kam nicht zu kurz. In der Pause kosteten sie reife Äpfel, z. B. die Goldparmäne auch Reine des Reinettes genannt. Den Namen hat diese selten gewordene Apfelsorte auf jeden Fall verdient. Ein Heuhaufen ist Futter für die Esel der Waldorfschule, der Zweite wird abgefahren.

 

Demnächst kommt die restliche Wiese dran.

In welchen Apfel biss Schneewittchen?

Brettacher
Brettacher
Goldrenette von Blenheim
Goldrenette von Blenheim
Ontario
Ontario
Goldparmäne
Goldparmäne
Schöner aus Boskoop
Schöner aus Boskoop

Der Brettacher, ein Baden-Württemberger.  Eine für den Streuobstbau bestens geeignete Sorte, säuerlich im Geschmack. Mit seiner hohen  Saftausbeute für die Most aber auch zum Backen und Kochen geeignet.

Die Goldrenette von Blenheim ist als Tafelobst sehr aromatisch, mittelfest im Fruchtfleisch. Benannt nach dem größten englischen Schloss Blenheim in Woodstock, Oxfordshire. Eines Dukes würdig.

Der Ontario frischsäuerlich mit hohem Vitamin-C Gehalt eignet sich als Backapfel und zum Pressen. Ursprünglich angebaut im Ontario-County nähe New York, fand er seinen Weg zu uns. Genussreif nach Lagerung.

In Frankreich als Reine des Renettes bekannt, heißt er bei uns Wintergoldparmäne. Ein echter Weihnachtsapfel, entwickelt nach Lagerung ein typisch nussartiges Aroma mit relativ wenig Säure. Gehört einfach auf den Gabentisch.

Der aus den Niederlanden stammende Schöner aus Boskoop ist als Winterapfel allseits bekannt und beliebt, säurebetont aber sehr zuckerhaltig und lange haltbar. Er hat noch einen Ableger aus dem Rheinland, den Roter Boskoop.

Alle Bilder von © F. Mühleck


Auf dieser Streuobstwiese stehen/standen 51 Obstbäume. Die tragenden Sorten sind:

4 Goldrenette von Blenheim

2 Ontario

8 Brettacher

3 Schöner von Boskoop

2 Goldparmäne

3 Köstliche von Charneux (Birnbaum)

3 Hauszwetschge (Pflaumenbaum)

 

Unsere Sorgenkinder:

14 unbekannte Bäume, nichttragend, beschattet, bedrängt, verletzt etc.

6 leere Standorte zum Nachpflanzen

6 tote oder umgefallene Obstbäume

 

Wer will uns dabei helfen?


Aktuelles vom Team Streuobstwiese

 Mauswieselprojekt

Da es unser Ziel ist, mit dem Bauen verschiedener Strukturen, Wühlmäuse vom Abbeißen der Obstbaumwurzeln auf natürliche Art abzuhalten, fördern wir den Mauswiesel, der auf unserer Streuobstwiese vorkommt.

 

Es ist das kleinste heimische Raubtier aus der Familie der Marder. Durch seinen

langgezogenen Körperbau, kann das Mauswiesel als einziger Feind durch Mäusegänge schlüpfen und diese effektiv unterirdisch jagen. Ausserdem haben sie einen hohen körperlichen Grundumsatz und müssen daher stetig jagen. Das perfekte Tier für unsere Bedürfnisse.

 

Mauswiesel leben vor allem in Waldrändern, Wiesen oder Weiden. Zum Jagen jedoch sind sie auf Strukturen angewiesen, in denen sie Unterschlupf finden. Wie Asthaufen, ungemähte Wiesen oder Hecken.

 

Um ein Mauswiesel anzulocken, müssen Asthaufen gebaut werden, diese ermöglichen ihnen das Jagen auf offenem Feld, ohne das sie selbst zur Beute werden. Auf der Streuobstwiese sollten daher alle 30 Meter Asthaufen gebaut werden, so kann das Mauswiesel das Land als sein Revier wahrnehmen. Mittels Spurenfallen können wir dann sehen, ob und wie viele Mauswiesel unsere Asthaufen angenommen haben.

 

Genau das haben wir getan und zwei solcher Asthäfen auf der Streuobstwiese angelegt.

Drei Hinweistafeln weisen die NABU als Betreuer dieser beiden Streuobstwiesen aus.

 

Die Spaziergänger sollten unsere Arbeit anerkennen und

- ihren Verpackungsmüll

- sowie die Hinterlassenschaften ihrer Hunde

mitnehmen.

 

Wir setzen uns ehrenamtlich ein und bitten die Obstbäume zu respektieren.

 

Wir haben viel vor. Unser Ziel ist es, einen gepflegten, vorzeigbaren Streuobstbestand aufzubauen mit einer blühenden, artenreichen Wiese darunter, die vielen Vögeln und Insekten Nahrung und Unterschlupf bietet.

 

 

Zwei Ansitzstangen, sogenannte Julen, laden neuerdings jeden Greifvogel ein, von oben das Treiben der Wühlmäuse zu beäugen und sie zielsicher zu fangen.

 

Wir hoffen, den Wühlmausdruck mit zusätzlich aufgestellten Göttinger Fangwannen und bei jungen Obstbäumen mit Baumscheiben, dies sind kreisrunde offen gehackte Flächen, zu mindern.

 

Die terrestrisch lebende Ostschermaus, eine Art der Wühlmäuse, nagt gerne die Wurzeln der Obstbäume ab und gefährdet ihren Stand und gesunden Wuchs.