Streuobstwiese nahe Waldorf-Schule
Streuobstwiese nahe Waldorf-Schule

NABU am Stiergraben

 

Wir pflegen ab jetzt eine 3.720m² große Streuobstwiese. Sie liegt am Rande eines ausgewiesenen Streuobstbiotops.

 

Ins Auge gefasst sind folgende Maßnahmen:

Aufrichten der umgefallenen Obstbäume, Anlegen einer Baumscheibe, Neupflanzung in den Lücken, Pflegeschnitt der Bäume, Aufstellen von Julen, Nistkästen, Fotografieren und Bestimmen der Obstbäume, regelmäßiges Mähen mit Abfuhr des Grünschnitts zwecks Ausmagerung, Anlegen eines Reisighaufens oder einer Benjeshecke, Zurückschneiden der angrenzenden Sträucher und Fällen der Schatten werfenden Bäume.

 

Viel Arbeit die Spaß macht.

 

Wer sich daran beteiligen will, bitte melden. Jede hilfreiche Hand oder jeder Rat ist willkommen.

 

Aktuelles vom Team Streuobstwiese

Warum mulchen wir nicht?

 

Wäre einfacher. Gemäht wird mit einem hocheingestellten Balkenmäher nach Sankt Johannis. Kleine Tiere, wie junge Frösche, werden so nicht verletzt. Danach rechen wir das Heu raus. Die Wiese magert ab. Blühpflanzen können sich etablieren. Die Streuobstwiese wird bunter, insektenreicher, vielfältiger. Das Heu wird schmackhafter für die Esel der Waldorfschule.

 

Früher wurde unter den Obstbäumen gesenst. Das Heu für das Vieh genutzt. Daher wuchs die Krone der Obstbäume erst ab einer Höhe von 180 cm, der sogenannte Hochstamm.

 

Die Heuernte ist eine Gemeinschaftsarbeit; bei schönem Wetter macht es Spaß und läßt uns die körperliche Anstrengung schnell vergessen.

 

Wenn Sie mal mitmachen wollen, gerne.


Pflanzung von Vogelnährgehölzen

 

Wir haben an der nordwestlichen Seite der Streuobstwiese eine lichte Vogelschutzhecke gepflanzt:

- Eingriffliger Weißdorn - Crataegus monogyna

- Gewöhnlicher Schneeball - Viburnum opulus

- Kornelkirsche - Cornus mas

- Rote Heckenkirsche - Lonicera xylosteum

- Hunds-Rose - Rosa canina

 

Im Herbst wird noch nachgepflanzt:

- Zweigriffliger Weißdorn - Crataegus laevigata

- Holzapfel - Malus sylvestris

 

Diese heimischen, freiwachsenden Heckenpflanzen tragen Früchte und dienen zusammen mit den Knospen und ihren vielen Blüten der Ernährung der Tiere.

 

Um den Anwuchs zu sichern, wurden die Wurzeln auch hier mit einem Hydro-Gel von Polyter versorgt. 

Bei sehr trockenen Tagen muss noch nachgegossen werden.

 

In jedem Frühling und Herbst zeigen sich dann die Sträucher den Spaziergängern von ihrer schönsten Seite.

Der gepflanzte Gewöhnliche Schneeball ist gut angewachsen und bereitet sich langsam auf den Herbst vor.

 

Um ihn zu unterstützen haben wir ihn noch vom dichten Graswuchs befreit, ebenso die anderen Heckenpflanzen.


Warum hängen Tontöpfe in den Obstbäumen?

 

In jedem Obstbaum sollte ein Blumentopf hängen.
Florfliegen und Ohrenkneifer fressen reichlich Blattläuse und Spinnmilben. Da sie überwiegend nachtaktiv sind, finden sie tagsüber sicheren Unterschlupf im Topf:
Mit den Namen der Apfelsorten beschriftet, mit Holzwolle ausgestopft und an den entsprechenden Obstbäumen befestigt. Wichtig ist nur, dass der Tontopf an einem Ast oder Stamm anliegt, damit die Florfliegen und Ohrenkneifer reinkriechen können.
Die Sache ist ganz einfach: ein Stückchen Ast abschneiden, die Schnur daran festbinden und durchs Loch ziehen. Das Ästchen hält die Holzwolle fest.
Das nennt man natürlichen Pflanzenschutz. Übrigens umgestülpt im Beet aufgesteckt, helfen sie auch dort.

Warum Baumscheiben?

Seit Beginn des laufenden Jahres haben wir um mehrere jüngere Bäume sogenannte Baumscheiben angelegt.

 

Zu diesem Zweck trugen wir rund um den jeweiligen Baum die Wiese ab und lockerten die Erde zusätzlich einen halben Spaten tief. Dabei sollte die Scheibe vom Ausmaß her in etwa der jeweiligen Baumkrone entsprechen. So können Niederschläge direkt und ohne Verluste in den Wurzelbereich des Baumes gelangen und den Wühlmäusen, die es auf die Wurzeln dieser noch anfälligen Bäume abgesehen haben, wird die Deckung genommen.

 

Ob die Baumscheiben speziell diesem Anliegen gerecht werden, können wir aktuell nicht beurteilen. Auf jeden Fall brauchen sie eine kontinuierliche Pflege, da sie doch schneller wieder zuwachsen als uns lieb ist. Dem haben wir zwar mit dem Auftragen einer mehrere Zentimeter dicken Dungschicht versucht entgegen zu wirken. Der Erfolg ist eher bescheiden.

 

Unerwartete, dafür aber um so tatkräftigere Unterstützung haben wir jüngst von Wildschweinen bekommen, die unsere Baumscheiben nach Würmern und sonstigem Getier durchwühlten. So helfen sie uns den Boden der Baumscheiben locker zu halten. Lockerer Boden reduziert das Verdunsten.

 Mauswieselprojekt

Da es unser Ziel ist, mit dem Bauen verschiedener Strukturen, Wühlmäuse vom Abbeißen der Obstbaumwurzeln auf natürliche Art abzuhalten, fördern wir den Mauswiesel, der auf unserer Streuobstwiese vorkommt.

 

Es ist das kleinste heimische Raubtier aus der Familie der Marder. Durch seinen

langgezogenen Körperbau, kann das Mauswiesel als einziger Feind durch Mäusegänge schlüpfen und diese effektiv unterirdisch jagen. Ausserdem haben sie einen hohen körperlichen Grundumsatz und müssen daher stetig jagen. Das perfekte Tier für unsere Bedürfnisse.

 

Mauswiesel leben vor allem in Waldrändern, Wiesen oder Weiden. Zum Jagen jedoch sind sie auf Strukturen angewiesen, in denen sie Unterschlupf finden. Wie Asthaufen, ungemähte Wiesen oder Hecken.

 

Um ein Mauswiesel anzulocken, müssen Asthaufen gebaut werden, diese ermöglichen ihnen das Jagen auf offenem Feld, ohne das sie selbst zur Beute werden. Auf der Streuobstwiese sollten daher alle 30 Meter Asthaufen gebaut werden, so kann das Mauswiesel das Land als sein Revier wahrnehmen. Mittels Spurenfallen können wir dann sehen, ob und wie viele Mauswiesel unsere Asthaufen angenommen haben.

 

Genau das haben wir getan und zwei solcher Asthäfen auf der Streuobstwiese angelegt.

Drei Hinweistafeln weisen die NABU als Betreuer dieser beiden Streuobstwiesen aus.

 

Die Spaziergänger sollten unsere Arbeit anerkennen und

- ihren Verpackungsmüll

- sowie die Hinterlassenschaften ihrer Hunde

mitnehmen.

 

Wir setzen uns ehrenamtlich ein und bitten die Obstbäume zu respektieren.

 

Wir haben viel vor. Unser Ziel ist es, einen gepflegten, vorzeigbaren Streuobstbestand aufzubauen mit einer blühenden, artenreichen Wiese darunter, die vielen Vögeln und Insekten Nahrung und Unterschlupf bietet.

 

 

Zwei Ansitzstangen, sogenannte Julen, laden neuerdings jeden Greifvogel ein, von oben das Treiben der Wühlmäuse zu beäugen und sie zielsicher zu fangen.

 

Wir hoffen, den Wühlmausdruck mit zusätzlich aufgestellten Göttinger Fangwannen und bei jungen Obstbäumen mit Baumscheiben, dies sind kreisrunde offen gehackte Flächen, zu mindern.

 

Die terrestrisch lebende Ostschermaus, eine Art der Wühlmäuse, nagt gerne die Wurzeln der Obstbäume ab und gefährdet ihren Stand und gesunden Wuchs.

 

Es ist uns unverständlich, warum eine der Julen brutal abgebrochen und entfernt wurde. Ist der Sinn nicht ersichtlich?

Steinkauzprojekt

 

Noch eine weitere Maßnahme gegen die Wühlmäuse. Der Steinkauz, er mag Mäuse und sein liebstes Jagdrevier sind Streuobstwiesen, die kurzgemäht worden sind. Was ja unser Ziel ist. Denn wir wollen unter den Bäumen eine blühprächtige Wiese anlegen. Dafür mähen wir zweimal im Jahr.

 

Hoffentlich schafft sein Nachwuchs es über die B459 rüber, es warten zwei Röhren auf sie; durch das Aufhängen einigermaßen mardersicher.


Hier wird Einsatz gezeigt!

Die Streuobstwiese hat ein Problem. Sie ist zu feucht.

 

Schüler der Montessori-Schule helfen uns eine spatentiefe und -breite Abzugsrinne am tiefsten Punkt der Wiese anzulegen. Auf 75 m zeigen Schüler und Schülerinnen was in Ihnen steckt. Bei viel Sonnenschein macht es zudem Spaß. Scheint so, denn sie wollen wiederkommen.

Die Mahd hat begonnen.

Ziel: Ausmagerung der Streuobstwiese

 

Die Waldorfschule und die Montessori-Schule helfen uns tatkräftig auf der Streuobstwiese  eine künftige Blühfläche anzulegen.

 

Frau Simon von der Waldorfschule mähte mit dem Balkenmäher einen Teil der Fläche vorher ab. Dieser Mäher schneidet die Gräser recht hoch ab. Amphibien und andere Tiere schlüpfen drunter durch. Drei unverletzte Springfrösche überzeugten mit ihren Sprüngen.

 

Die Siebtklässler der Montessori-Schule rechten das Heu zusammen. Der Spaß kam nicht zu kurz. In der Pause kosteten sie reife Äpfel, z. B. die Goldparmäne auch Reine des Reinettes genannt. Den Namen hat diese selten gewordene Apfelsorte auf jeden Fall verdient. Ein Heuhaufen ist Futter für die Esel der Waldorfschule, der Zweite wird abgefahren.

 

Demnächst kommt die restliche Wiese dran.

In welchen Apfel biss Schneewittchen?

Brettacher
Brettacher
Goldrenette von Blenheim
Goldrenette von Blenheim
Ontario
Ontario
Goldparmäne
Goldparmäne
Schöner aus Boskoop
Schöner aus Boskoop

Der Brettacher, ein Baden-Württemberger.  Eine für den Streuobstbau bestens geeignete Sorte, säuerlich im Geschmack. Mit seiner hohen  Saftausbeute für die Most aber auch zum Backen und Kochen geeignet.

Die Goldrenette von Blenheim ist als Tafelobst sehr aromatisch, mittelfest im Fruchtfleisch. Benannt nach dem größten englischen Schloss Blenheim in Woodstock, Oxfordshire. Eines Dukes würdig.

Der Ontario frischsäuerlich mit hohem Vitamin-C Gehalt eignet sich als Backapfel und zum Pressen. Ursprünglich angebaut im Ontario-County nähe New York, fand er seinen Weg zu uns. Genussreif nach Lagerung.

In Frankreich als Reine des Renettes bekannt, heißt er bei uns Wintergoldparmäne. Ein echter Weihnachtsapfel, entwickelt nach Lagerung ein typisch nussartiges Aroma mit relativ wenig Säure. Gehört einfach auf den Gabentisch.

Der aus den Niederlanden stammende Schöner aus Boskoop ist als Winterapfel allseits bekannt und beliebt, säurebetont aber sehr zuckerhaltig und lange haltbar. Er hat noch einen Ableger aus dem Rheinland, den Roter Boskoop.

Alle Bilder von © F. Mühleck


Auf dieser Streuobstwiese stehen/standen 51 Obstbäume. Die tragenden Sorten sind:

4 Goldrenette von Blenheim

2 Ontario

8 Brettacher

3 Schöner von Boskoop

2 Goldparmäne

3 Köstliche von Charneux (Birnbaum)

3 Hauszwetschge (Pflaumenbaum)

 

Unsere Sorgenkinder:

14 unbekannte Bäume, nichttragend, beschattet, bedrängt, verletzt etc.

6 leere Standorte zum Nachpflanzen

6 tote oder umgefallene Obstbäume

 

Wer will uns dabei helfen?