Die NABU-Biotope

Kleinode in der Landschaft

Unsere Schutzgebiete im Detail

Das NABU-Waldgrundstück

 

Es liegt am Wollwiesenteich, grenzt an den Bann- und Schutzwald und im Süden an ein Streuobstbiotop.

 

Der Boden ist überwiegend ein Staunässeboden (Pseudogley) geeignet für einen lichten Hute-Eichenwald. Stauwasserböden besitzen einen gut durchlässigen Oberboden (Stauzone), gefolgt von einer dichten, undurchlässigen Schicht. Er zeichnet sich durch den periodischen Wechsel von starker Vernässung und extremer Austrocknung aus. Wälder dieser Art bieten eine hervorragende Lebensgrundlage für zahlreiche Pflanzen und Tiere, die Licht und Wärme brauchen. Die Hutewälder tragen somit besonders zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

 

Seine Randlage an einer geschützten Streuobstwiese bietet die Möglichkeit einer natürlichen Vernetzung und trotz großem Publikumsverkehr, die Chance den Naturschutzgedanken den Dietzenbachern näher zu bringen.

 

Im Moment ist dieses Waldstück der natürlichen Sukzession überlassen. Pflegerische Eingriffe sind in Zusammenarbeit mit Hessen-Forst angedacht. Einmal jährlich wird der Weg abgesperrt um  Erdkröte und Salamander sicher zum Laichplatz zu geleiten.

 

Hirschkäfer © Beatrice Jeschke
Hirschkäfer © Beatrice Jeschke

Herr Keller von Hessen-Forst überzeugte uns, den in den umliegenden Wäldern lebenden, stark gefährdeten Hirschkäfern eine Hirschkäferwiege anzubieten. Die Weibchen, angezogen von den morschen, verpilzten Eichenstubben, legen gerne ihre Eier darin ab.

 

Im lichteren Teil pflanzen wir mehrere Elsbeeren (Sorbus torminalis) im Trupp. Die Elsbeere als seltene heimische Baumart ist nicht nur für die Raupen ökologisch wertvoll. Wärmeresistent bietet sie eine Option für die Zukunft.

 

Die tote Kiefer wird gekappt. Einige Bäume sind zu fällen, um den Nachbarbäumen nicht das Licht streitig zu machen. Befördert im Frühling die Waldblumenpracht und das Totholz die Artenvielfalt.

 

Ein paar Impressionen von unserer Arbeit


Unsere Bewohner:

weibliche Erdkröte versteckt unter Baumrinde
weibliche Erdkröte versteckt unter Baumrinde

Die Männchen warten schon am Rand des Wollwiesenteiches. Die Weibchen zögern noch.

Stäublings-Schleimpilz - Reticularia lycoperdon
Stäublings-Schleimpilz - Reticularia lycoperdon

Dieser Pilz wächst gerne an aufrechten Stämmen.



Grasfrosch © Hans Schwarting
Grasfrosch © Hans Schwarting

NABU am Kaupenwiesengraben

 

Der Kaupenwiesengraben bildet die nord-westliche Grenze unserer Grundstücke, die mitten in einem Landschaftsschutzgebiet liegen.

 

Entlang dieses Grabens hat sich Auengley gebildet, während der obere Teil von Braunerde geprägt wird. Gespeist vom Kaupenwiesengraben fühlen sich in den feuchten Teilen u. a. das Gewöhnliche Schilf (Phragmites australis), Sumpfdotterblume (Caltha palustris) sowie die Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus) wohl. Die sich mit Wasser füllenden Vertiefungen ziehen den Laich der Erdkröte und des Grasfrosches an.

 

Wir sehen genug Potential für die Entwicklung einer übergreifenden Amphibienpopulation, geschützt von einer noch zu schaffenden landschaftstypischen Vegetation. Im vorderen, trockeneren Teil soll eine extensive, blumenreiche Wiese das Augenmerk vorbeiwandernder Dietzenbacher auf sich ziehen.

 

Die frühere, gärtnerische Nutzung ist an dem Bewuchs zu erkennen. Unsere Aufgabe wird es sein, mit sukzessiven Maßnahmen verschiedene Kleinstrukturen und Übergangsbiotope zu fördern.


Ein paar Impressionen von unserer Arbeit

© Alle Photos von U.M.M.


Streuobstwiese nahe Waldorf-Schule
Streuobstwiese nahe Waldorf-Schule

NABU am Stiergraben

 

Wir pflegen ab jetzt eine 3.720 m² große Streuobstwiese. Sie liegt am Rande eines ausgewiesenen Streuobstbiotops.

 

Ins Auge gefasst sind folgende Maßnahmen:

Aufrichten der umgefallenen Obstbäume, Anlegen einer Baumscheibe, Neupflanzung in den Lücken, Pflegeschnitt der Bäume, Aufstellen von Julen, Nistkästen, Fotografieren und Bestimmen der Obstbäume, regelmäßiges Mähen mit Abfuhr des Grünschnitts zwecks Ausmagerung, Anlegen eines Reisighaufens oder einer Benjeshecke, Zurückschneiden der angrenzenden Sträucher und Fällen der Schatten werfenden Bäume.

 

Viel Arbeit die Spaß macht.

 

Wer sich daran beteiligen will, bitte melden. Jede hilfreiche Hand oder jeder Rat ist willkommen.

 

Hier wird Einsatz gezeigt!

Die Streuobstwiese hat ein Problem. Sie ist zu feucht.

 

Schüler der Montessori-Schule helfen uns eine spatentiefe und -breite Abzugsrinne am tiefsten Punkt der Wiese anzulegen. Auf 75 m zeigen Schüler und Schülerinnen was in Ihnen steckt. Bei viel Sonnenschein macht es zudem Spaß. Scheint so, denn sie wollen wiederkommen.


Die Mahd hat begonnen.

Ziel: Ausmagerung der Streuobstwiese

 

Die Waldorfschule und die Montessori-Schule helfen uns tatkräftig auf der Streuobstwiese  eine künftige Blühfläche anzulegen.

 

Frau Simon von der Waldorfschule mähte mit dem Balkenmäher einen Teil der Fläche vorher ab. Dieser Mäher schneidet die Gräser recht hoch ab. Amphibien und andere Tiere schlüpfen drunter durch. Drei unverletzte Springfrösche überzeugten mit ihren Sprüngen.

 

Die Siebtklässler der Montessori-Schule rechten das Heu zusammen. Der Spaß kam nicht zu kurz. In der Pause kosteten sie reife Äpfel, z. B. die Goldparmäne auch Reine des Reinettes genannt. Den Namen hat diese selten gewordene Apfelsorte auf jeden Fall verdient. Ein Heuhaufen ist Futter für die Esel der Waldorfschule, der Zweite wird abgefahren.

 

Demnächst kommt die restliche Wiese dran.


In welchen Apfel biss Schneewittchen?

Brettacher
Brettacher
Goldrenette von Blenheim
Goldrenette von Blenheim
Ontario
Ontario
Goldparmäne
Goldparmäne
Schöner aus Boskoop
Schöner aus Boskoop

Alle Bilder von © F. Mühleck

Der Brettacher, ein Baden-Württemberger.  Eine für den Streuobstbau bestens geeignete Sorte, säuerlich im Geschmack. Mit seiner hohen  Saftausbeute für die Most aber auch zum Backen und Kochen geeignet.

Die Goldrenette von Blenheim ist als Tafelobst sehr aromatisch, mittelfest im Fruchtfleisch. Benannt nach dem größten englischen Schloss Blenheim in Woodstock, Oxfordshire. Eines Dukes würdig.

Der Ontario frischsäuerlich mit hohem Vitamin-C Gehalt eignet sich als Backapfel und zum Pressen. Ursprünglich angebaut im Ontario-County nähe New York, fand er seinen Weg zu uns. Genussreif nach Lagerung.

In Frankreich als Reine des Renettes bekannt, heißt er bei uns Wintergoldparmäne. Ein echter Weihnachtsapfel, entwickelt nach Lagerung ein typisch nussartiges Aroma mit relativ wenig Säure. Gehört einfach auf den Gabentisch.

Der aus den Niederlanden stammende Schöner aus Boskoop ist als Winterapfel allseits bekannt und beliebt, säurebetont aber sehr zuckerhaltig und lange haltbar. Er hat noch einen Ableger aus dem Rheinland, den Roter Boskoop.


Auf dieser Streuobstwiese stehen/standen 51 Obstbäume. Die tragenden Sorten sind:

4 Goldrenette von Blenheim

2 Ontario

8 Brettacher

3 Schöner von Boskoop

2 Goldparmäne

3 Köstliche von Charneux (Birnbaum)

3 Hauszwetschge (Pflaumenbaum)

 

Unsere Sorgenkinder:

14 unbekannte Bäume, nichttragend, beschattet, bedrängt, verletzt etc.

6 leere Standorte zum Nachpflanzen

6 tote oder umgefallene Obstbäume

 

Wer will uns dabei helfen?