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Kirschlorbeer – der falsche Gartenfreund

 

Die Lorbeerkirsche - Prunus laurocerasus – ist ein immergrüner Strauch oder Baum. Er erreicht sogar 7 Meter. Mit seinen dicht wachsenden, dunkelgrünen Blättern ist er als Sichtschutz sehr beliebt in vielen „ordentlichen“ Gärten.

 

Was aber nicht bedacht wird beim Kauf oder Pflanzen, er ist hochgiftig und verhält sich unserer Natur gegenüber wie eine ökologische Pest.

 

Seine blausäurehaltigen Blätter sind nahezu unkompostierbar. Er wuchert regelrecht. Immer wieder muss nachgeschnitten werden. Fatal ist, wenn der Schnitt am Waldrand entsorgt wird. Außerhalb der Gärten wächst er unkontrolliert und verdrängt alle heimischen Pflanzen, die Nahrung für die Insekten bieten. Sein Umfeld verarmt. Zwar finden im dichten Wuchs einige Vögel Schutz, Amseln und Drosseln fressen sogar seine Beeren, jedoch tragen die ausgeschiedenen, giftigen Samen zur Verbreitung der aus der Türkei stammenden Pflanze bei. Im eigenen Garten mögen Sie die stark Wasser ziehende Pflanze noch kontrollieren können, draußen erkennt keiner die Gefahr.

 

Sie haben jede Menge heimischer Alternativen, sagt der NABU Bremen: „vom Weißdorn über die Schlehe bis zur Haselnuss, von der Hagebutte bis zu klein wachsenden Weiden für Ungeduldige. „Wer unbedingt eine wintergrüne Giftpflanze als Hecke haben möchte, sollte Eiben pflanzen“, empfiehlt der NABU. Nur an solch einheimische Pflanzen konnte sich die Tierwelt in Jahrtausenden anpassen, die Flut exotischer „Neophyten“ belaste die Natur.“

 

Gewinner sind die Gartencenter, nicht Sie und nicht die Natur.

 

Vielleicht denken Sie um. Wir würden es begrüßen.

 

© 07.2018 L. S.

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Besuch der Kaupenwiese

 

Der Frühling hatte nicht viel Zeit dieses Jahr. Ließen Regenmassen im Januar kleine Seen in Wiesen und Wäldern entstehen, folgte auf 2 große Spätfröste erneut eine Starkregenphase, die die Temperaturen niedrig hielt. Erst am 3. April konnte man vom 1. frühlingshaften Tag sprechen. Blumen und Insekten trauten sich raus. Ein unerwartet schneller Temperaturanstieg ließ in den folgenden 3 Wochen sich alles viel zu schnell entwickeln, so dass die Natur Ende des Monats bereits ein frühsommerliches Aussehen bot. Wir wollten uns die Kaupenwiese anschauen.

Es war sonnig, und als wir am späten Nachmittag eintreffen, erwachen gerade die Vögel aus ihrer Mittagsruhe. Mehr und mehr lassen ihren Gesang hören. Der Kirschbaum trägt kleine, grüne Kirschen. Das Gras der Wiese ist bereits etwas höher und schön kräftig und dicht. Im Vorjahr hatte es nach dem Entbuschen noch Lücken gegeben. Nur ganz wenige Triebe der Armenischen Brombeere sind nachgekommen. Brennesseln, Fuchsschwanz, Trespe und breitblättrige Ampferarten sind zahlreicher. Dazwischen Gundermann, Zaunwicke, Bärlauch, Gamander-Ehrenpreis und Hahnenfuß. Lustig: Genau an der Stelle, wo wir letztes Jahr eine Gruppe Garten-Lupinen entfernt hatten, blüht nun eine Gruppe Vielblütige Weißwurz. Im Gras krabbeln verschiedene Arten Käfer, Zikaden und Ameisen. Ein Erfolg der Landschaftsveränderung.

Im Tümpel regen sich die Kaulquappen. Ein Film aus Pollen bedeckt die Oberfläche. Erfreulich sind 4 Bruten auf dem Gelände. Die Eltern fliegen ständig zum Füttern ein- und aus: Kohlmeisen an der Grundstücksgrenze mit den Espen und Fichten, Ringeltauben in der Nähe des 2. Tümpels und Stare in der Bruchweide am Bachufer. Toll: Wir haben den Vogel des Jahres auf unserem Grundstück! In dem Dreiloch-Nistkasten brütet ein Kleiber. Warten wir ab, es kommt noch eine zweite Brutphase.

 

© 05.2018 K. C. & B. Palme

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Ausflug auf den Wingertsberg

Es ist ein wenig bekanntes Areal. Ein richtiges Natur-Kleinod, das sich an die Siedlung anschmiegt. Bei einem Spaziergang Mitte Januar entdeckten wir einen asphaltierten Fußgängerweg, der dort von der Kreuzung Offenthaler Straße/Kreisquerverbindung hinaufführt. Die Wege, die auf der anderen Seite zu den Löcherwiesen hinunterführen, sind schwieriger zu begehen. Wohl ein Grund für das Fernbleiben von Ausflüglern. Wir wollten dort dieses Frühjahr Vogelstimmen kartieren.

 

Das Vogelkonzert überwältigte uns. Es waren so viele, dass es schwer war, einzelne herauszuhören, aber letztlich konnten wir 23 Vogelarten identifizieren. So viele Vögel hört man nirgends sonst in Dietzenbach! Dieses Gebiet aus verschieden zusammengesetzten Garten-Parzellen, Wiesen, Streuobstwiesen und Äckern mit vielen, abwechslungsreichen Strauchrändern und ebenso vielen alten wie jungen Bäumen ist ein Hotspot der Artenvielfalt! Zumindest, was Vögel angeht.

 

Doch schon beim Aufgang überraschte uns eine männliche Zauneidechse - Lacertis agilis. Sie hatte durch einen Fressfeind ihren Schwanz eingebüßt, zeigte aber dafür zu Dreivierteln die smaragdgrüne Balzfärbung.

 

Auf diesem Berg findet man noch den Giersch - Aegopodium podagraria, der sich sonst rar macht. Die einheimische Brombeere herrscht vor (nur am Fuß der Hangseite zur Löcherwiese hat sich die aus den Gärten kommende Armenische Brombeere eingenistet). Es blühten üppig Flieder und Weißdorn. Die meisten Apfelbäume sind verblüht, aber auf dem Bergrücken fanden wir noch welche auf dem Höhepunkt der Blüte. Viele der alten Obstbäume bieten vor Regen geschützte Höhlen. Welcher Vogel mag da brüten?

 

© 04.2018 K. C. & B. Palme

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Haben Sie diese Frühlingsblumen in unserem Wald gesehen?

Diese Blumen beeilen sich zu blühen bevor die Bäume mit ihren Blättern ihnen das kostbare Sonnenlicht verdecken. Achten Sie bei Ihrem Spaziergang darauf. Vielleicht schenken Sie uns ein Bild?

 

Sie erkennen diese Blumen sehr leicht an zwei, drei Merkmalen:

 

Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

  • erkennbar an den zwei grün-blauen Blättern
  • seinem völlig weißen Lampenschirm

 


 

 

Hier könnte Ihr Bild stehen.

Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum)

auch Märzenbecher genannt

  • drei Blätter
  • schneeweißes Glöckchen mit einem grünen Fleck               auf dem Blütenblatt

Kleines Immergrün (Vinca minor)

  • asymmetrische, blaue Blütenblätter
  • augenförmige Blätter

 

 

Hier könnte Ihr Bild stehen.

Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)

  • kleine grüne Glöckchen
  • Blätter wie eine gespreizte Hand
  • an dem schlechten Geruch

Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

  • weiße Blüte immer in Richtung Sonne
  • drei Blätter, Stiele am Stengel wie ein Mercedesstern              ausgerichtet

Scharbockskraut (Ficaria verna)

  • gelbe Blüte wie eine Sonne
  • Blatt wie ein Herz

Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)

  • ein Bukett gelber Blüten
    • langstielige Blätter

Gold-Hahnenfuß (Ranunculus auricomus agg.)

  • gleicht einer Butterblume, hat aber zwei verkümmerte              Blütenblätter
    • sternförmige, schmale Blätter

Waldsauerklee (Oxalis acetosella)

  • zartgrüne Kleeblätter
    • weiße Blüte mit hauchfeinen violetten Nerven
    • im Schatten schließen sich die Blätter zu einem Pik-Ass

Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)

  • mit großen, runden, weißen Blütenblättern
    • der letzte Zahn am Blattende ist gleichlang oder länger         als die Nachbarn

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

  • Blätter gerieben, riechen nach Knoblauch
    • kreuzblütenartig, weiß und ganz oben
    • Schotenartige Stängel

Bärlauch (Allium ursinum)

  • riecht von alleine nach Knoblauch
    • sechs weiße Blütenblätter
    • Blütenstiel dreieckig

Große Sternmiere (Stellaria holostea)

  • sternförmig mit fünf weißen Blütenblättern
    • sehr spitze, lange Blätter, sich gegenüberliegend
    • jede Etage der Blätter um 90 ° gedreht

Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta)

  • blau-violette Glöckchen in die gleiche Richtung hängend
    • lange schmale Blätter etwas hängend
    • hier die helle Variante



Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)

  • gelbe Blüte
    • drei Blätter wie das Buschwindröschen

Moschuskraut (Adoxa moschatellina)

  • winzige, blassgrüne Blüte
    • fünf würfelförmige Blütenblätter

Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)

  • trompetenförmige, gelbe Blüte

Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris)

  • einzelne gelbe Blüte auf ihrem Stengel

Raues Veilchen (Viola hirta)

  • blau-violette Blüte ohne Parfüm
    • kein Ausläufer

Duftveilchen (Viola odorata)

  • dunkel-violette Blüte mit Parfüm
    • mit Ausläufer

Waldveilchen (Viola reichenbachiana)

  • hellviolette Blüte mit länglichen Blütenblättern
    • Blätter viel länger als breit
    • mit Ausläufer

Hain-Veilchen (Viola riviniana)

  • abgerundete, hellblaue Blüte
    • Blätter genauso lang wie breit
    • mit Ausläufer

Erdbeer-Fingerkraut (Potentilla sterilis)

  • mit kleinen, herzförmigen, weißen Blütenblättern
    • der letzte Zahn am Blattende ist kürzer als die Nachbarn

Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia)

  • zwei V-förmig stehende Blätter
    • sternförmig mit sechs eingekerbten, blauen Blütenblättern

Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides)

  • falsche, runde Blüten mit vier kleinen Halbmonden drauf
    • büschelartige, dunkelgrüne Blätter an der Basis

Goldnessel (Lamium galeobdolon)
  • Blätter nicht brennend
    • goldgelbe Blüte mit orangener Zeichnung auf der Unterlippe

Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • sieht aus wie ein Gartenunkraut, Blätter riechen schlecht
    • Ähren mit kleinen, grünlichen Blüten
Gundermann (Glechoma hederacea)
  • auf der Spitze ein Büschel Blätter
    • rundliche Blätter mit weiten abgerundeten Zähnen
    • blau-violette Blüten schauen eine Etage tiefer in die gleiche Richtung
Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)
  • Blüte wie eine grüne Flamme mit kolbenartigem Grund
    • zwei pfeilförmige, gefleckte Blätter
Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)
  • kantiger Stiel
    • wohlriechend nach Bittermandel
    • einzelne Glöckchen oder zu zweit

Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)

  • runder Stiel
    • unparfümiert
    • zwei bis sieben Glöckchen

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

  • wer erkennt sie nicht

 

Zweiblättrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)

  • zwei herzförmige Blätter im Zickzack abstehend
    • Blütenkopf mit zehn bis fünfundzwanzig winzigen weißen Blüten

Einbeere (Paris quadrifolia)

  • vier Blätter im Kreuz
    • grüne sternförmige Blüte, später sitzt eine schwarzen Beere auf ihr

Waldmeister (Galium odoratum)

  • jeweils 6 bis 8 sternförmig angeordnete Blätter pro Etage
    • Blätter und Stiel mit hakigen Borsten
    • Blüte wie ein kleines weißes Kreuz, wohlriechend

Wir aktualisieren mit Ihrem Bild.

 

Vielen Dank im voraus!

Wenn jede Waldblume ihr Bild hat, können wir auf unsere Dietzenbacher Wälder stolz sein.

 

P. S. Sie haben sie doch nicht etwa gepflückt?

 © 2016 L.S.

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Was sind das für Verfärbungen an Baumstämmen?

In den letzten Jahren sieht man immer häufiger eindrucksvolle Verfärbungen an Baumstämmen und an Holzpfosten, so dass man meinen könnte, sie wären angestrichen. An der Lise-Meitner-Straße sind sie direkt nebeneinander zu sehen.

 

Verursacher des grünen Überzugs sind nicht etwa Moose (die bräuchten zersetztes Totholz als Untergrund), sondern Grünalgen aus der Gruppe Chlorophyta. Auch der rote Überzug wird von einer Grünalgenart verursacht. Die Rotbraune Fadenalge (Trentepohlia umbrina) bildet jedoch im Unterschied zu ihren Verwandten braune Farbstoffe, die sie rostig orange-braun schimmern lässt. Eine andere Trentepohlia-Art (aurea) bildet gelbe Überzüge an Felsen.

 

Alle Grünalgenarten sind unschädlich für ihre Wirte. Sie dringen nicht ins lebende Gewebe ein, sondern sitzen nur auf der Oberfläche und ernähren sich von Luftfeuchtigkeit und Regen sowie von Sonnenlicht. Algen können selbständig Clorophyll bilden und benötigen daher anders als Baumpilze, die einen Baum durchaus zum Absterben bringen können, keinen Kontakt zu den Saftleitungen des Wirtes. Es ist also nicht nötig, die hübschen Beläge zu entfernen.

 

© 02.2018 K. C.

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Ein heimlicher Geselle: Der Feuersalamander rund um Dietzenbach

© NABU/Kathy Büscher
© NABU/Kathy Büscher

Farbe und Muster könnten auffälliger kaum sein. Und doch bleibt er auf Grund seiner verborgenen Lebensweise meist für uns unsichtbar. Die Rede ist vom Feuersalamander - Salamandra salamandra.

 

Als Bewohner von Laub- und Mischwäldern kommt er auch an verschiedenen Stellen rund um Dietzenbach vor. Dabei verbringt er den Tag meist versteckt in Bodenspalten, unter totem Holz und Steinhaufen oder zwischen Felsblöcken. Aktiv wird er nachts, gern, wenn es regnet, dann schleicht er sich an Würmer, Spinnen, Asseln und Insekten ran, verschmäht keine Nacktschnecke und gelegentlich verschlingt er kleine Amphibien wie Molche oder Jungfrösche. Bei seiner Jagd ist er auf Gewässer nicht angewiesen.

 

Will er sich fortpflanzen, dann muss jedoch in seiner Nähe ein geeignetes Gewässer sein. Das sind Stillbereiche sauberer Bäche, insbesondere Becken im Quellbereich, aber auch vorzugsweise beschattete Staubereiche im weiteren Bachlauf. Fehlen solche Gewässer, wählt der Feuersalamander schattige Waldtümpel und grosse, flache Waldpfützen für den Nachwuchs.

 

Im Gegensatz zu anderen Amphibien, die ihre Eier ablaichen und von der Sonne wärmen lassen, entwickelt der Salamander seine Larven zunächst im Mutterleib und legt sie bei der Geburt direkt ins Wasser ab. Ihr rasches Wachstum hängt nun vom Nahrungsangebot und der Wassertemperatur ab. Nicht selten überwintern Larven daher im Gewässer, um im nächsten Jahr ihre Metamorphose zu beenden. Die kleinen bräunlichen Tiere tarnen sich im Wasser zwischen Laub und Schlamm gut. Sie ähneln optisch den Molchlarven. Fressfeinde sind insbesondere Fische, räuberische Wasserinsekten und Libellenlarven.

 

In Dietzenbach spielen im Nordwesten der Luderbach und Teile der Bieber eine Rolle, im Süden der Kaupenwiesengraben und im Südwesten Bereiche des Hengstbaches und des oberen Gehrengrabens. Dort sind geeignete Stillbereiche rar. Daher entschied der NABU Dietzenbach etwas für den Feuersalamander zu tun.

 

Wir schufen im Winter 2017 am Hexenberg ein neues Becken für die Ablage seiner Larven. Der Feuersalamander ist in diesem Waldbereich bekannt, allerdings beobachteten wir in der Vergangenheit nicht mehr viele seiner Larven. Das neue Becken wird vom Kaupenwiesengraben gespeist und langsam durchflossen. Der Grund ist schlammig und voller Kleingetier, das den Larven als Nahrung dient. Bei Gefahr verstecken sie sich unter dem Laub oder dem eingebrachten Totholz. Das klare und saubere Bachwasser macht das Gewässer beständig. Waldtümpel und Pfützen fallen bei Trockenperioden im Frühjahr oder Sommer oft trocken und die Larven verenden. Dies ist im Bereich permanenter Bäche ausgeschlossen. Allerdings sind diese Becken so anzulegen, dass sie sich nicht in kurzer Zeit durch eingeschwämmten Schlamm oder Sand zusetzen.

 

Wir rechnen damit, dass das neue Becken am Hexenberg schon zeitnah vom Salamander angenommen wird. Dies ist unser erster Beitrag zur Förderung der Art in diesem Revier. Auch könnten andere Amphibien, wie Bergmolch, Grasfrosch oder Springfrosch davon profitieren.

 

Wird das Biotop ein Erfolg, könnte es als Vorbild für weitere Salamanderbecken dienen. Wir berichten natürlich.

 

© 01.2018 R. O.

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NABU in Dietzenbach

Das Waldgrundstück

zum Herbstbeginn

© NABU/Kathrin Rädel
© NABU/Kathrin Rädel
© NABU/Benedikt Sunderhaus
© NABU/Benedikt Sunderhaus

 

Im September war Auflockern der Erde rund um die Hirschkäferwiege angesagt. Ins Innere der „Holzburg“ muss genügend Luft und Wasser eindringen, damit die Sägespäne verrotten. Einige nachgekommene Brombeertriebe rupften wir aus. Lustig: aus der Mitte der Hirschkäferwiege sprießte das Kleinblütige Springkraut. Unsere Hirschkäfer-Infotafel war glücklicherweise unbeschädigt.

 

Drei Wochen Wolkendecke, zwei Wochen intensiver Regen und die letzte Sommerschwüle verflogen. Am Feldrand sahen wir erste Herbstverfärbungen. Im Wald war das Laubdach noch dicht, obwohl die ersten eher vertrockneten als farbigen Blätter bereits fielen.

 

Die Vögel gaben zunächst nur zaghaft Laute von sich, wurden im Laufe des Tages aktiver. Zwischen den beiden Waldteilen rechts und links vom Weg antworteten die Meisen lebhaft, Kleiber teckerten überall, dann entbrannte für kurze Zeit heftiges Geschimpfe zwischen mindestens 3 Buntspechten. Der Ruf eines Grünspechtes ertönte von der Weide. Ein größerer Trupp Kleinvögel machte sich Gehör mit fröhlichen, kurzen Lauten von beiden Seiten des Weganfangs, gleichzeitig pfiff auf der entfernten Stromleitung zwischen Feldern und Gärten eine Schar Stare, während auf den kahlen Äckern in der Nähe Stadt- und Ringeltauben in gemischten Gruppen nach Nahrung pickten.

 

Einmal wühlte etwas nicht weit von uns im Boden. Im Schatten wirkte es schwarz. Aber das war doch keine Amsel, so groß? Wir hielten inne von der Arbeit und beobachteten das Tier etwas länger. Da hob es den Kopf, Licht fiel darauf, und wir wussten in dem Moment: auf unserem Grundstück versteckt ein Eichhörnchen seine Vorräte!

 

Beim Wegschieben der Laubschicht, um eine dickere Knolle eines älteren Brombeertriebes auszugraben, kam die Überraschung des Tages: eine junge, in diesem Sommer geschlüpfte Blindschleiche. Sie war noch sehr klein; die zarte, junge Haut glänzte frisch silbrig. Der übliche Aalstrich fehlte, aber die scharf abgegrenzte Unterseite war deutlich zu sehen. Das Tier wand sich stark. Schnell setzten wir die Blindschleiche an einer sichereren Stelle ab. Sie verschwand blitzschnell unterm Laub. Wir wünschten ihr viel Glück.

 

© 09.2017 B. Palme/K. C.

Der Kaupenwiesengraben

im Spätsommer

© NABU/Helge May
© NABU/Helge May
© NABU/Heidrun Heinze
© NABU/Heidrun Heinze

 

Es war bis ca.14 Uhr sonnig und das Thermometer kletterte auf 27 Grad, bevor der Platzregen einsetzte. Dafür, dass es die Tage davor nie über 15 Grad kam, war das beachtlich.

 

Wegen einer starken Regenphase hatten die Arbeiten zum Entschlämmen der Senken ruhen müssen. Zwei Tage ohne Regen und die Wege waren fast trocken, hier und da schlammige Furchen. Unser Nachbar hatte seine Wiese bereits gemäht. Bei uns stand die Mahd noch an. Die Hochstauden waren trotz reichlich Regen kaum höher gewachsen.

 

Im Bach, der an unserem Grundstück vorbeiführt, standen die „asiatischen Bachorchideen“ in voller Blüte. Eingeschleppt vor 40 Jahren etabliert sich der schöne Neophyt im ganzen Land: das Drüsige Springkraut. Wir werden darauf achten, dass er nicht die einheimische Ufervegetation verdrängt.

 

Die Senken und der Tümpel zeigten nun einen idealen Zustand, gefüllt mit sauberem Wasser! Kein ölig-saurer Schimmer mehr auf der Oberfläche. Das Entfernen der überhängenden Weiden und des fauligen Schlammes, von unzähligen über die Jahre reingefallenen Blättern, zeigt Wirkung. Das Ufer hatte den Regenmassen nicht nachgegeben. Wir waren erleichtert. Jedoch wuchs neues Schilf wieder aus dem Wasser empor.

 

Attraktiver geworden, schwirrten viele Blaugrüne Mosaikjungfern, Blutrote Heidelibellen und die Gemeine Heidelibelle im Zickzack über das Wasser. Wohl fühlen sich offensichtlich die Wasserlinse, der Wasser-Schwaden und am Ufer die Wasserminze. Am und im Wasser verbreitet der Wasserskorpion, eine flugfähige Wasserwanze, mit seinen imposanten Fangbeinen Schrecken. Außerdem haben sich kleine, braune Sumpfschnecken mit ihrem langen, spitzen Gehäuse eingefunden, sowie der Furchenschwimmer, ein Schwimmkäfer. Er ähnelt dem Gelbrand-Käfer.

 

Der Vogelgesang war längst vorbei, doch aus dem Garten auf der anderen Wegseite rief ein Habicht.

 

© 09.2017 B. Palme/K. C.

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Der Laubfrosch


 Ein besonderes Geschenk und eine besondere Verantwortung

 

Vermutlich ist Ihnen auf Ihrem Spaziergang an der Nachtweide von Patershausen ein kleiner grüner Frosch begegnet und wenn nicht, haben Sie am Abend seinen lautstarken Reviergesang gehört. Wussten Sie, das der seltene Europäische Laubfrosch – Hyla arborea - dort sein bedeutendstes Vorkommen in Hessen hat?

 

In diesem Naturschutzgebiet, auf Heusenstammer Gebiet, findet der seltene Froschlurch noch recht gute Lebensbedingungen. Er ist eine gefährdete Art und droht aus unseren Landschaften zu verschwinden. Er verdient unseren Schutz und einen Platz auf Dietzenbacher Gebiet. Wir vom NABU Dietzenbach sehen da eine Möglichkeit.

 

Wichtig wäre ein geeignetes, ungestörtes Gewässer zur Reproduktion dieser Art. Der Laubfrosch laicht je nach Angebot in unterschiedlichen Gewässern. Bevorzugte Laichgewässer wärmen sich im Sommer ausreichend auf und befinden sich daher in sonniger Lage, sind ganz oder teilweise flach, möglichst frei von Fischen, ohne permanenten Kaltwasserzulauf, oft mit reichlich Wasserpflanzen aber auch Freiwasserzonen, gerne teilweise im Uferbereich mit vertikalen pflanzlichen Strukturen (Schilf / Röhricht), aber insgesamt nicht zu sehr zugewachsen.

 

Neben der spezifischen Pflege des bereits existierenden Habitats sind neue geeignete Gewässer in der Umgebung wichtig, um der Population eine weitere flächenmäßige Ausbreitung zu ermöglichen und diese so dauerhaft zu stärken.

 

Dazu braucht es engagierte Naturschützerinnen und Naturschützer, um den NABU Dietzenbach in seinem Bestreben zu unterstützen, die lokalen Bedingungen für den Laubfrosch zu verbessern. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen oder Ihre Beobachtungen mit uns teilen, wenn Sie den Laubfrosch oder andere Amphibien im Umkreis sehen.

 

Übrigens, als Klettermaxe lebt der Laubfrosch hauptsächlich in der Vegetation von etwa 1 bis 8 Meter Höhe, an windgeschützten Stellen in Hecken und Laubbäumen, so auch in der Saumvegetation an Waldrändern.

 

© 08.2017 R. O.

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Feldwespen - ein nützlicher Sommergast


Unser heimlicher Hausnachbar

 

Meist unbemerkt legt die Königin der Haus-Feldwespe - Polistes dominula - ihr Nest an warmen und sonnigen, vor Regen geschützten Stellen an. Das Nest ist grau und hüllenlos, nur handtellergroß und wird von etwa 15-30 Nestinsassen versorgt. Sie haben einen direkten Blick auf die Waben und können ihnen bei der Brutpflege zusehen. Ein kleines aber agiles Volk. Für die Brut werden Fliegen, Stechmücken und Spinnen gejagt.

 

Feldwespen sind harmlos und scheu, die niemals die Speisen und Getränke des Manschen anfliegen. Sie sind für uns Menschen als Insektenjäger eine sehr nützliche Art.

 

Sehr treu an den Standort gebunden, verteidigen sie ihr Nest nur bei extremen Störungen im unmittelbaren Nestbereich. Der Stich verursacht, wenn der Stachel überhaupt die menschliche Haut durchdringen kann, nur einen kurz andauernden "Piks".

 

Entdecken Sie ein Feldwespennest bei sich, probieren Sie doch einmal aus, mit diesen Insekten zusammenzuleben. Vielleicht kommt eine gute Nachbarschaft zustande.

 

Damit Sie sie sofort erkennen:

  • Markant lassen sie im Flug ihre langen Hinterbeine herunterhängen.
  • Die Füße und die Antennenspitzen sind deutlich gelborange gefärbt.
  • Auffällig ist auch der tropfenförmig verlaufende Hinterleib mit der markanten Wespentaille

Weitere Informationen zu dieser harmlosen und nützlichen Wespenart finden Sie unter

www.aktion-wespenschutz.de.

 

© 07.2017 L. S.

Jungfernflug

Drohn der Feldwespe
Drohne der Feldwespe von © Rainer Olßok

Deutlich erkennt man die eingerollten Fühler-spitzen und die grünlich schimmernden Augen der männlichen Feldwespe, einer Drohne.

 

Anfang September ist Hochzeitsflug. Hier wartet auf einer verwitterten Holzbank ein Männchen auf vorbeifliegende Jungköniginnen.

 

Begattet suchen sich die jungen Königinnen Ende September einen Platz, manchmal das alte Nest, um eng aneinander geschmiegt den Winter zu überstehen.

 

© 09.2018 L. S.

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Unterm Dach wohnt sich's am besten

Hier ein Luxusappartement mit einem Vorsprung und einem langen Dach, in guter Wohnlage. Steinberg, mit angeschlossenem Garten. So muss man nicht weit laufen, pardon weit fliegen um was Leckeres zu bekommen. Kinderfreundlich ebenfalls.

 

Leider ist die Wohnung schon vergeben. Frau Hausrotschwanz - Phoenicurus ochrurus - hat gut gewählt. Drei junge "Rotschwänze" dürfen hier aufwachsen. Chapeau Madame.

 

Achten Sie auf den Ruf: fist, fist, fist und wenn eine Katze in der Nähe ist: fist, tek-tek-tek-tek und immerwieder tek.

 

© 06.2017 L. S.

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Und sie torkeln wieder durch die Lüfte

Jeder nennt sie Junikäfer, die gerippten Brachkäfer. Es sind überwiegend die Männchen, die ab Sommerbeginn in den lauen Juniabenden durch die Lüfte torkeln.

 

Die wenigen Weibchen sitzen brav auf den Zweigen und verströmen ihren Duft. Beide sind behaart und viel kleiner als die Maikäfer, die es bis auf 30 mm schaffen. Zu einer Käferplage werden sie nicht, eher dienen sie unseren Fledermäusen als gute Mahlzeit.

 

© 06.2017 L. S.

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NABU-NachtnaTOUR

Wo wohnt der Waldkauz?

Bundesweit luden am 20. Mai NABU-Gruppen zu Waldkauzwanderungen in den Wald ein. Der Termin war ideal: Samstag ab 20:30 Uhr, nicht zu heiß, kein Regen. Leider fanden sich nur wenige zur Nachtwanderung in Dietzenbach ein. Doch alle waren gespannt. Schnell stimmten wir die Route ab. Es sollte über den Birkes ins Kaupenwiesental runter gehen und dort den Feldweg durch die Gartengrundstücke auf den Urberacher Weg, von wo wir dann auf die Schneise am Fuß des Kaupenwaldes Richtung Angelteich abbiegen wollten. Dort etwa in der Mitte war uns eine Waldkauzbaumhöhle in einer großen Eiche mittleren Alters (ca. 120-150 J.) gemeldet worden.

 

Konzert auf der Kaupenwiese

Der Abstecher auf unser Wiesengrundstück zeigte viele verblühte aber auch neu aufgeblühte Blumen. Wider Erwarten sahen wir doch einige Grasfrosch-Kaulquappen, die überlebt hatten. Die jungen Blaumeisen waren schon aus dem Nistkasten ausgeflogen. Es ging weiter. Immerwieder hielten wir nach einigen Schritten an, bestimmten Vogelstimmen. Das Konzert war überwältigend. Die Köpfe hoch, aber auch wieder den Blick auf den Boden gerichtet, denn Weinbergschnecken querten unseren Weg. Auf dem Urberacher Weg lauschten wir ausgiebig dem Gesang der Singdrosseln, dabei ging die Sonne unter und die rötliche Abenddämmerung begleitete uns noch lange. Noch war es hell genug, um auf einer Wiese 2 Hasen zu erkennen. Allerdings bemerkten auch diese uns und verschwanden.

 

Im dunklen Wald

Am Waldweg angekommen, war es fast dunkel; die richtige Zeit für den Ausflug der Waldkäuze zum Jagen. Leider störten 3 Rehe mit ihrem tiefen, nach einsilbigem Hundegebell klingenden Warnruf, unseren 'Lauschangriff'. Doch irgendwann hörte auch das letzte Reh auf. Plötzlich: War da nicht ein leises Fiepen?  Wir hörten ein in Pausen abgesetzten hohen Fiepton. Um den Laut zu bestimmen, mussten wir ein Stück zurück wandern. Das waren Eulen - Eulenküken! Aber nicht vom Waldkauz, sondern von der Waldohreule. Hier hören Sie mal:

Das Fiepen der jungen Waldohreulen.

Das Geräusch kam ein Stück aufwärts des Hanges aus einer unzugänglichen Stelle dicht stehender Nadelbäume. Wir setzten unseren Weg fort. Doch so angestrengt wir auch lauschten, wir hörten nichts mehr. Um 22:10 Uhr trennten wir uns schließlich am Angelweiher.

 

Glühwürmchen en passant

Auf dem Rückweg durften wir noch den Larven des Großen Leuchtkäfers beim Glühen zusehen.

 

NABU Dietzenbach

 

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Meine Stunde der Gartenvögel auf der Kaupenwiese

Wo liegt die Kaupenwiese?

8:30 Uhr. Sonnenschein, leicht kühl. Die Wiese liegt am Rand eines Baches inmitten von Pachtgärten in einem Tal aus Äckern und Hügeln, mit Waldnähe. Auf dem Grundstück schießen Kräuter und Gräser hoch. Die Frühblüher sind überwuchert. Stattdessen blühen Ackersenf und Klee, vereinzelt Löwenzahn und Hahnenfuß, die sich die Waage halten, was ein Zeichen für den allmählichen Übergang vom nährstoffreichen Humusboden zur Magerwiese ist. Überraschend viele Disteln, blühen jedoch noch nicht. Wenige Bäume und Büsche stehen auf der Wiese, außerdem Holzstapel und zwischen den drei Gewässern ein Schilfbestand, was zur Artenvielfalt beitragen könnte. Könnte... Denn die Artenpräsenz auf unserem Grundstück ist bislang gering.

 

Wen oder was sehe ich?

Ein weiblicher Aurorafalter und einige Hummeln fliegen die Blüten an. In den Tümpeln tut sich nur sehr wenig. Kein Rohrsänger im Schilf. Im Meisennistkasten brüten die Blaumeisen; die Stimmen der bettelnden Jungen klingen für den erfahrenen Vogelbeobachter wie kurz vor dem Ausflug. Der Waldkauznistkasten ist weiterhin leer, nichtmal eine Hohltaube scheint sich dafür zu interessieren. Immerhin 1 Zaunkönig und 1 Zilpzalp singen. Das Rotkehlchen glänzt mit Abwesenheit.

 

Aus den umgebenden Gärten, wo mehr Bäume und Büsche wachsen - eines ist sogar eine kleine Waldparzelle mit überwiegend Fichten – ertönt mehr Vogelgesang.

 

Ich zähle viele bekannte Gartenvögel:

1 Dorngrasmücke, 2 Buchfinken, 2 Mönchsgrasmücken, 1 Gartengrasmücke, 2 Amseln, 1 Ringeltaube, 1 Kleiber, 2 Grünspechte, 1 Kohlmeise. Von den angrenzenden Feldern ertönt der ausdauernde Ruf der Goldammer. Zwischendurch kurz der Ruf eines Fasans. Einmal überfliegt 1 Krähenpaar die Gärten, einmal ein einzelner Star. Katzen und Marder scheinen in diesem Tal kaum vorzukommen. Das lässt hoffen.

 

Im nächsten Jahr zur „Stunde der Gartenvögel“ wird’s besser, sicher.

 

© 05.2017 K. C.

 

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Wie macht sich die Kaupenwiese?

Kurz vor 16:00 Uhr. Ein verhangener, kühler Werktag ohne Regen. Erster Eindruck: kein Schlamm mehr, die Wiese zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Auf ihr wachsen mittlerweile mehr Kräuter als Gras. Die Vögel sind sehr ruhig. Nur einen Zilpzalp und eine Gartengrasmücke hört man leise. Kann nicht nur am Wetter liegen (an manch eisig kalten Februartagen war mehr los) wahr- scheinlich, weil viele Vogelarten ihre erste Brut bereits hinter sich haben. Bis zur Zweitbrut brauchen sie eine Pause.

 

Die Liste der sich selbst angesiedelten Wildblumen seit der Entbuschung und der Auslichtung letzten Spätsommer kann sich sehen lassen:

 

Löwenzahn, Vergissmeinnicht, Rote Taubnessel, Weiße Taubnessel, Kleines Immergrün, Gamander-Ehrenpreis, Scharfer Hahnenfuß, Kriechender Günsel, Gundermann, Zwergklee, Winterkresse, Vielblütige Weißwurz. Dazu kommen viele Blumen, die noch aufblühen werden, jetzt sogar Maiglöckchen und Bärlauch sowie Disteln.

 

Die Himmelsteiche sind mit Ausnahme von einigen Wasserläufern unbelebt. Im vorderen der beiden kleinen Tümpel liegt über der Wasseroberfläche ein öliger Film. Er glänzt nicht regenbogenförmig, ist also kein Altöl. Scheint eher ein Abbauprodukt der vielen sich zersetzenden Blätter des Walnussbaums zu sein, der ehemals die Himmelsteiche überschattete. Die Blätter des Walnussbaums sind derart reich an Gerbsäure, sodass sie sich nur schwer zersetzen. Die Weidenstümpfe sind so vital, das es an allen Ecken nur so sprießt und sie wie buschige Köpfe aussehen.

 

Gute Nachricht: im von uns aufgehängten Meisen-Nistkasten brüten Blaumeisen! Zum Abschied, lief eine Bachstelze über den Weg und wippte mit dem Schwanz auf und ab.

 

© 04.2017 B. Palme und K. C.

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Dem Waldkauz auf der Spur?

Spaziergang in der Abenddämmerung

 

Mit dem Rad fahre ich den Ober-Röder Weg an den Bauernhöfen vorbei, zum Pferdetal runter, bis der Seitenweg mit den Gartengrundstücken kommt.

 

19:50 Uhr Ich stehe vor dem NABU-Wiesengrundstück. Die Sonne wirft abendliche, rotgoldene Strahlen. Der Kirschbaum steht schon länger in Blüte, an einer Stelle auf dem Boden ist Kleines Immergrün frisch aufgeblüht. Ich bin gespannt: wird bald ein Waldkauz aus dem Nistkasten kommen und sich auf die Jagd machen? Viele Waldkauzpaare haben bereits Eier gelegt. Ich stehe dicht vor dem Nistkasten, höre von dort nichts. Auch am Meisennistkasten am hinteren Rand des Grundstücks sehe ich keine Bewegung. Der hängt erst seit 3 Wochen dort. Sollten Meisen eingezogen sein, wird er wahrscheinlich noch nicht so häufig angeflogen, weil noch keine Küken geschlüpft sind. Viele Amseln und Zilpzalpe sind zu hören, eine Singdrossel weiter weg. Mitten auf dem NABU-Grundstück sitzt ein Buchfink auf der mehrstämmigen Grauerle und ruft ausdauernd seinen typischen Regenruf. Von der Fichtenreihe, die das Nachbargrundstück abgrenzt, ertönt der Gesang eines Sommergoldhähnchens.

 

20:05 Uhr Die Dämmerung beginnt. Ein Stieglitzpaar überfliegt das Grundstück. Aus dem Gebüsch eines der Nachbargrundstücke der gegenüberliegenden Wegseite möchte eine Amsel hervorkommen, erschrickt jedoch, als sie mich sieht und hüpft mit erregten Schnatterlauten wieder zurück ins Gebüsch. Ich bemerke, dass die 2 ersten Stechmücken des Jahres um mich herumschwirren. Da ich bereits länger reglos stehe, zirkuliert mein Blut nicht mehr so stark und sie verschwinden. Ein Zaunkönig singt von der Birkenreihe am linken Grundstücksrand eine kurze Strophe. Kurz darauf stimmt nicht weit davon - ebenfalls von einer der Birken - ein Rotkehlchen einen längeren Gesang an. Dort befinden sich ein Reisighaufen und die Holzbeige. Mag sein, dass beide darinnen Nester gebaut haben. Das tun diese Arten gerne. Ihren Gesang stimmen sie dann hoch darüber in Baumwipfeln an, um Fressfeinde abzulenken. Eine Amsel von weiter weg landet auf dem Kirschbaum, hüpft kurz darinnen herum und fliegt dann weiter. Ich schaue gespannt auf das Eingangsloch des Waldkauznistkastens. Noch tut sich nichts.

 

20:18 Uhr 3 mittelgroße Fledermäuse fliegen über dem Weg und dem Grundstück herum. Es ist noch ziemlich hell. Der Zaunkönig singt wieder, diesmal länger. In den Rotkehlchengesang mischen sich Töne von Artgenossen aus umliegenden Revieren. Von den Feldern dringen ab und zu raue Rufe von Nilgänsen und der laute Schrei eines Fasans. Von den Amselgesängen gehen viele in das typische abendliche „Meckern“ über, was jedoch nichts anderes als Warnrufe vor herumschleichenden Katzen oder anderen Fressfeinden sind. Da ertönt im Gebüsch des Gartengrundstücks auf der anderen Wegseite weiter vorn (an der Ecke zum Ober-Röder Weg) ein Vogelgesang, den ich erst einer Singdrossel zuordne und wenig beachte. Aber dann werde ich auf die reibenden, „ratschenden“ Zwischentöne aufmerksam, welche nicht zu einer Singdrossel passen, sondern eher an Rohrsänger erinnern. Für die kleinen Rohrsängerarten klangen die Töne allerdings zu kräftig und zu tief. Diesen Gesang habe ich mir gemerkt und später Zuhause anhand meiner Vogelstimmen-CD überprüft: es war tatsächlich ein Drosselrohrsänger! Diese Rohrsängerart hat annähernd die Größe einer Singdrossel. Doch am Nistkasten unseres diesjährigen Jahresvogels tut sich immer noch nichts.

 

20:35 Uhr Die Dämmerung ist weit fortgeschritten. Viele Vögel verstummen, bis auf ein fernes Rotkehlchen. Die Silhouetten der Bäume beginnen sich vor dem bläulich-violett verfärbten Himmel mit hellgelb angeleuchteten Wolkenschleiern und einem aus der Ferne schwach orange leuchtenden Horizont schwarz abzuzeichnen.

 

20:45 Uhr Es ist so dunkel, man erkennt den Eingang des Nistkastens nicht mehr, hört kein einziges Geräusch darinnen. Ich bin mir sicher: Der Waldkauz ist noch nicht in den Nistkasten eingezogen und gehe nach Hause.

 

© 03.2017 K. C.

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