Der Blog im Sommer

NABU in Dietzenbach

Das Waldgrundstück

zum Herbstbeginn

© NABU/Kathrin Rädel
© NABU/Kathrin Rädel
© NABU/Benedikt Sunderhaus
© NABU/Benedikt Sunderhaus

 

Im September war Auflockern der Erde rund um die Hirschkäferwiege angesagt. Ins Innere der „Holzburg“ muss genügend Luft und Wasser eindringen, damit die Sägespäne verrotten. Einige nachgekommene Brombeertriebe rupften wir aus. Lustig: aus der Mitte der Hirschkäferwiege sprießte das Kleinblütige Springkraut. Unsere Hirschkäfer-Infotafel war glücklicherweise unbeschädigt.

 

Drei Wochen Wolkendecke, zwei Wochen intensiver Regen und die letzte Sommerschwüle verflogen. Am Feldrand sahen wir erste Herbstverfärbungen. Im Wald war das Laubdach noch dicht, obwohl die ersten eher vertrockneten als farbigen Blätter bereits fielen.

 

Die Vögel gaben zunächst nur zaghaft Laute von sich, wurden im Laufe des Tages aktiver. Zwischen den beiden Waldteilen rechts und links vom Weg antworteten die Meisen lebhaft, Kleiber teckerten überall, dann entbrannte für kurze Zeit heftiges Geschimpfe zwischen mindestens 3 Buntspechten. Der Ruf eines Grünspechtes ertönte von der Weide. Ein größerer Trupp Kleinvögel machte sich Gehör mit fröhlichen, kurzen Lauten von beiden Seiten des Weganfangs, gleichzeitig pfiff auf der entfernten Stromleitung zwischen Feldern und Gärten eine Schar Stare, während auf den kahlen Äckern in der Nähe Stadt- und Ringeltauben in gemischten Gruppen nach Nahrung pickten.

 

Einmal wühlte etwas nicht weit von uns im Boden. Im Schatten wirkte es schwarz. Aber das war doch keine Amsel, so groß? Wir hielten inne von der Arbeit und beobachteten das Tier etwas länger. Da hob es den Kopf, Licht fiel darauf, und wir wussten in dem Moment: auf unserem Grundstück versteckt ein Eichhörnchen seine Vorräte!

 

Beim Wegschieben der Laubschicht, um eine dickere Knolle eines älteren Brombeertriebes auszugraben, kam die Überraschung des Tages: eine junge, in diesem Sommer geschlüpfte Blindschleiche. Sie war noch sehr klein; die zarte, junge Haut glänzte frisch silbrig. Der übliche Aalstrich fehlte, aber die scharf abgegrenzte Unterseite war deutlich zu sehen. Das Tier wand sich stark. Schnell setzten wir die Blindschleiche an einer sichereren Stelle ab. Sie verschwand blitzschnell unterm Laub. Wir wünschten ihr viel Glück.

 

© 09.2017 B. Palme/K. C.

Der Kaupenwiesengraben

im Spätsommer

© NABU/Helge May
© NABU/Helge May
© NABU/Heidrun Heinze
© NABU/Heidrun Heinze

 

Es war bis ca.14 Uhr sonnig und das Thermometer kletterte auf 27 Grad, bevor der Platzregen einsetzte. Dafür, dass es die Tage davor nie über 15 Grad kam, war das beachtlich.

 

Wegen einer starken Regenphase hatten die Arbeiten zum Entschlämmen der Senken ruhen müssen. Zwei Tage ohne Regen und die Wege waren fast trocken, hier und da schlammige Furchen. Unser Nachbar hatte seine Wiese bereits gemäht. Bei uns stand die Mahd noch an. Die Hochstauden waren trotz reichlich Regen kaum höher gewachsen.

 

Im Bach, der an unserem Grundstück vorbeiführt, standen die „asiatischen Bachorchideen“ in voller Blüte. Eingeschleppt vor 40 Jahren etabliert sich der schöne Neophyt im ganzen Land: das Drüsige Springkraut. Wir werden darauf achten, dass er nicht die einheimische Ufervegetation verdrängt.

 

Die Senken und der Tümpel zeigten nun einen idealen Zustand, gefüllt mit sauberem Wasser! Kein ölig-saurer Schimmer mehr auf der Oberfläche. Das Entfernen der überhängenden Weiden und des fauligen Schlammes, von unzähligen über die Jahre reingefallenen Blättern, zeigt Wirkung. Das Ufer hatte den Regenmassen nicht nachgegeben. Wir waren erleichtert. Jedoch wuchs neues Schilf wieder aus dem Wasser empor.

 

Attraktiver geworden, schwirrten viele Blaugrüne Mosaikjungfern, Blutrote Heidelibellen und die Gemeine Heidelibelle im Zickzack über das Wasser. Wohl fühlen sich offensichtlich die Wasserlinse, der Wasser-Schwaden und am Ufer die Wasserminze. Am und im Wasser verbreitet der Wasserskorpion, eine flugfähige Wasserwanze, mit seinen imposanten Fangbeinen Schrecken. Außerdem haben sich kleine, braune Sumpfschnecken mit ihrem langen, spitzen Gehäuse eingefunden, sowie der Furchenschwimmer, ein Schwimmkäfer. Er ähnelt dem Gelbrand-Käfer.

 

Der Vogelgesang war längst vorbei, doch aus dem Garten auf der anderen Wegseite rief ein Habicht.

 

© 09.2017 B. Palme/K. C.

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Der Laubfrosch


 Ein besonderes Geschenk und eine besondere Verantwortung

 

Vermutlich ist Ihnen auf Ihrem Spaziergang an der Nachtweide von Patershausen ein kleiner grüner Frosch begegnet und wenn nicht, haben Sie am Abend seinen lautstarken Reviergesang gehört. Wussten Sie, das der seltene Europäische Laubfrosch – Hyla arborea - dort sein bedeutendstes Vorkommen in Hessen hat?

 

In diesem Naturschutzgebiet, auf Heusenstammer Gebiet, findet der seltene Froschlurch noch recht gute Lebensbedingungen. Er ist eine gefährdete Art und droht aus unseren Landschaften zu verschwinden. Er verdient unseren Schutz und einen Platz auf Dietzenbacher Gebiet. Wir vom NABU Dietzenbach sehen da eine Möglichkeit.

 

Wichtig wäre ein geeignetes, ungestörtes Gewässer zur Reproduktion dieser Art. Der Laubfrosch laicht je nach Angebot in unterschiedlichen Gewässern. Bevorzugte Laichgewässer wärmen sich im Sommer ausreichend auf und befinden sich daher in sonniger Lage, sind ganz oder teilweise flach, möglichst frei von Fischen, ohne permanenten Kaltwasserzulauf, oft mit reichlich Wasserpflanzen aber auch Freiwasserzonen, gerne teilweise im Uferbereich mit vertikalen pflanzlichen Strukturen (Schilf / Röhricht), aber insgesamt nicht zu sehr zugewachsen.

 

Neben der spezifischen Pflege des bereits existierenden Habitats sind neue geeignete Gewässer in der Umgebung wichtig, um der Population eine weitere flächenmäßige Ausbreitung zu ermöglichen und diese so dauerhaft zu stärken.

 

Dazu braucht es engagierte Naturschützerinnen und Naturschützer, um den NABU Dietzenbach in seinem Bestreben zu unterstützen, die lokalen Bedingungen für den Laubfrosch zu verbessern. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen oder Ihre Beobachtungen mit uns teilen, wenn Sie den Laubfrosch oder andere Amphibien im Umkreis sehen.

 

Übrigens, als Klettermaxe lebt der Laubfrosch hauptsächlich in der Vegetation von etwa 1 bis 8 Meter Höhe, an windgeschützten Stellen in Hecken und Laubbäumen, so auch in der Saumvegetation an Waldrändern.

 

© 08.2017 R. O.

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Feldwespen - ein nützlicher Sommergast


Unser heimlicher Hausnachbar

 

Meist unbemerkt legt die Königin der Haus-Feldwespe - Polistes dominula - ihr Nest an warmen und sonnigen, vor Regen geschützten Stellen an. Das Nest ist grau und hüllenlos, nur handtellergroß und wird von etwa 15-30 Nestinsassen versorgt. Sie haben einen direkten Blick auf die Waben und können ihnen bei der Brutpflege zusehen. Ein kleines aber agiles Volk. Für die Brut werden Fliegen, Stechmücken und Spinnen gejagt.

 

Feldwespen sind harmlos und scheu, die niemals die Speisen und Getränke des Manschen anfliegen. Sie sind für uns Menschen als Insektenjäger eine sehr nützliche Art.

 

Sehr treu an den Standort gebunden, verteidigen sie ihr Nest nur bei extremen Störungen im unmittelbaren Nestbereich. Der Stich verursacht, wenn der Stachel überhaupt die menschliche Haut durchdringen kann, nur einen kurz andauernden "Piks".

 

Entdecken Sie ein Feldwespennest bei sich, probieren Sie doch einmal aus, mit diesen Insekten zusammenzuleben. Vielleicht kommt eine gute Nachbarschaft zustande.

 

Damit Sie sie sofort erkennen:

  • Markant lassen sie im Flug ihre langen Hinterbeine herunterhängen.
  • Die Füße und die Antennenspitzen sind deutlich gelborange gefärbt.
  • Auffällig ist auch der tropfenförmig verlaufende Hinterleib mit der markanten Wespentaille

Weitere Informationen zu dieser harmlosen und nützlichen Wespenart finden Sie unter

www.aktion-wespenschutz.de.

 

© 07.2017 L. S.

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Artenschwund bei Wildblumen - der NABU handelt!

Echte Schlüsselblume - Primula veris / Sumpf-Schafgarbe - Achillea ptarmica

© Alle Photos vom  NABU/links L. Wolfram, rechts K. Wesolowski

Die Pflanzenvermehrungsstation des NABU Rhein­land-Pfalz, die Arche Noah für seltene Pflanzen, sammelt, vermehrt und pflanzt vom Aussterben bedrohte Wildpflanzen in den Rheinauen aus.

 

Bisher kultivierte die Station weitgehend Arten zwischen Bingen und Mainz. Jetzt rücken verstärkt Spezies für den hessischen Projektabschnitt im NSG Bruderlöcher nahe der Gemeinde Riedstadt-Erfelden und im FFH-Gebiet Maulbeeraue, nahe dem hessischen Biblis-Nordheim, ins Auge. So soll u. a. die auf den Deichen lebende Population des Echten Haarstrangs – überlebenswichtig für die Haarstrangwurzeleule (Gortyna borelii) - ,  gestärkt werden.

 

Die fast verschwundene Wiesenschlüsselblume konnte so wieder erfolgreich angesiedelt werden. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann spenden unter:

 

Stichwort für die Spenden: "Wildpflanzen-Vermehrung"

 

Kontoinhaber "NABU Bingen und Umgebung"

IBAN: DE10 5605 0180 0038 0187 01

BIC: MALADE51KRE

Bank: Sparkasse Rhein-Nahe

 

Weitere Infos finden Sie unter „http://www.lebensader-oberrhein.de/pflanzenvermehrungsstation.html“.

 

P. S. Wenn Sie auf der Schlüsselblume 5 kleine, orangene Flecken sehen, statt eines großen, orangenen Kreises, dann ist es die Echte Schlüsselblume, alias Wiesenschlüsselblume.

 

© 8.2016 K. Conrad

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Die Brombeere - stacheliger Nachbar

© Alle Photos vom  NABU/H. May

 

Die Brombeere: Mit solch einem Charakter - widerstandsfähig, schnellwachsend, äußerst flexibel und mit geringen Ansprüchen an Standort und Bodenzusammensetzung -, da ist es kein Wunder, wenn sie bei Landwirten und Gärtnern so unbeliebt ist.

 

Doch welch wichtiger Trittstein für das Ökosystem sie bilden, ist nur den wenigsten klar.

 

Nicht nur naschen viele Insekten, Vögel und Kleinsäuger an den zahlreichen und bis in den Spätherbst nachwachsenden Früchten, das dichte Gestrüpp, das sie bilden, bietet wertvollen Kleinstlebensraum. Dies wissen Mäuse, Bilche, Igel und kleine Singvögel zu schätzen. Sie finden Schutz vor größeren Tieren und ausreichend Brut- und Nistplatz. Im schattigen Grund der Hecke verkriechen sich Schnecken und Kröten bei heißen Temperaturen. Unter die Blätter ziehen sich dann Spinnen und Insekten zurück, wenn es ihnen zu heiß wird. Ein Teil davon baut Gelegeplätze oder ernährt sich von den meist auch im Winter noch grünen Blättern.

 

Blattpilze und winzige Flechten beginnen ab Hochsommer viele Blätter mit "Ruß", blassgrünen Quaddeln und weißen, schwarzen oder rostigen Flecken zu überziehen. Schmetterlingsraupen sind nach dem Schlupf oder bei der Verpuppung in einer dichten, dornigen Hecke nicht so hilflos großen, stöbernden Fressfeinden ausgeliefert. Höchstens kleinen Räubern, deren Hunger sich in Grenzen hält.

 

Solange die äußeren Triebe der Brombeere frisch, grün und biegsam sind, werden sie gern von Rehen oder Hasen gefressen. In den hohlen Ranken leben einzelne Insekten. Einige, wie die Wildbiene überwintern in den Stengeln.

 

Die Blüten produzieren viel Nektar, von dem sie sich nähren. Im Inneren der Hecke sind keimende Bäumchen vor Verbiss geschützt. Wenn sie die stacheligen Büsche schließlich überragen, sind sie als Nahrung nicht mehr so interessant. Natürlich bieten Brombeerbüsche nicht nur Blumen und Kräutern, sondern auch zarteren, heranwachsenden Heckenarten drumherum Schatten und "verstecken" sie sogar vor Fraßschädlingen, eine wichtige Starthilfe. Und nicht zu vergessen: Hecken produzieren genau wie Bäume Sauerstoff. Brombeeren - wenn sie stehengelassen werden - auch noch im Winter.

 

© 7.2016 K. Conrad

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